BSW stellt sich gegen Rentenkreiskomitee: Scharfe Kritik an Reformvorschlägen

Die jüngst bekannt gewordenen Reformideen der Rentenkommission werden vom BSW energisch abgelehnt. Parteivorsitzender Fabio De Masi macht keinen Hehl daraus: Was eigentlich zur Stärkung beitragen sollte, gefährdet aus seiner Sicht das Rentensystem weiter.

21.06.26 13:17 Uhr | 28 mal gelesen

Es klingt fast schon wie eine altbekannte Platte, die immer wieder springt: Das Thema Altersarmut sorgt absehbar erneut für Furore, als die Rentenkommission mit ihren Reformplänen an die Öffentlichkeit trat. Aber was steckt eigentlich dahinter? De Masi vom BSW bringt es ziemlich pointiert auf den Punkt, wenn er warnt, dass Millionen Bürgerinnen und Bürger ein viel zu niedriges Rentenniveau erwartet – schlimmer noch, international schneidet unser System ohnehin nicht gerade glänzend ab. Besonders empört ihn der Vorschlag, die Rente mit 63 zu streichen. Als ob hart körperlich arbeitende Menschen länger durchhalten könnten! Und die Idee, die Finanzierung rein kapitalgedeckt zu organisieren, findet er schlicht unzureichend – das Alter wird dadurch für viele eben nicht automatisch gesichert. De Masi spielt den Ball zurück: Ein Beispiel wie Österreich, wo wirklich alle ins System einzahlen und Produktivitätszuwachs wie Lohnerhöhung in bessere Renten einfließen – das sei die Richtung. "Wenn wir mit höheren Löhnen und mehr Wertschöpfung planen, wird das auch für die Rente reichen", meint er. Auffällig ist: Die Landtagswahlen im Osten rücken mit dieser Debatte plötzlich stärker ins Zentrum, denn das BSW will die Rentenfrage zur echten Abstimmung machen. Einer dieser typischen Momente, in denen Politik persönlich spürbar wird.

Die Auseinandersetzung um die Zukunft der Alterssicherung spitzt sich zu: Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kritisiert die Rentenkommissions-Vorschläge als unsozial und sieht Millionen künftiger Rentnerinnen und Rentner durch ein ohnehin schon niedriges Rentenniveau und eine mögliche Abschaffung der Rente mit 63 massiv benachteiligt. Laut De Masi würde ein Wechsel zu einer rein privaten, kapitalgedeckten Altersvorsorge die Risiken nicht mindern – vielmehr brauche es einen solidarischen Ansatz nach österreichischem Vorbild, bei dem jede und jeder einzahlt, um langfristig stabile Leistungen zu sichern. In den letzten 48 Stunden wird das Thema in vielen Medien debattiert: So berichtet etwa die Süddeutsche über breite gesellschaftliche Ablehnung der Rentenideen, während die FAZ tiefer auf alternative internationale Modelle eingeht und die Zeit politische Konsequenzen vor allem für die ostdeutschen Bundesländer vor dem Superwahljahr analysiert.

Schlagwort aus diesem Artikel