Es gibt diese Sommer, in denen man morgens im Radio nur noch von Sonnenschein hört, aber an der anderen Seite der Medaille – da verbrennt den Landwirten das Feld. Rukwied, der wohl gerade wenig Schlaf bekommt, redet Klartext: Ständige Trockenheit, hohe Temperaturen – nicht nur das Getreide leidet, auch das Futter für die Tiere wird knapp. Man muss sich das mal praktisch vorstellen: In Gegenden wie Baden-Württemberg oder Bayern wächst nach dem ersten Mähen auf den Wiesen praktisch nichts mehr nach. Statt grüner Hoffnung bleibt verbrannte Erde zurück.
Für Viehhalter wird so nicht nur das „Jetzt“ der Versorgung zum Kraftakt, sondern erst recht der kommende Winter. Auch Futtermais brennt weg, Kartoffeln und Rüben lassen die Köpfe hängen – je nach Region mal mehr, mal weniger. Rukwied hat bereits vor, die schlechte Erntebilanz des Verbands bald in Berlin vorzustellen; viele rechnen ohnehin nur noch mit sieben Prozent weniger Getreide als letztes Jahr, doch Mais und Kartoffeln trifft es härter. Samira Sultan vom IW Köln sieht schon den nächsten Dominoeffekt: Lebensmittelpreise werden weiter steigen.
Finanziell sind viele Höfe jetzt auf Hilfe angewiesen. Rukwied fordert von der Bundesregierung, dass bereitstehende EU-Gelder zügiger ausgezahlt werden – aktuell werden 541 Millionen Euro als Notreserve bis 2028 zurückgehalten, während die Bauern mit steigenden Kosten um ihre Existenz ringen. Futter, Diesel, alles wird knapp und teuer. Für viele Betriebe könnte nun alles davon abhängen, ob sie irgendwie Zwischenkredite oder Bonuszahlungen bekommen.
Doch es gibt auch Vorschläge, wie man langfristig mit den Wetterkapriolen umgehen könnte: Der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses, Färber, plädiert für steuerliche Flexibilität. In guten Jahren sollen Bauern mehr Rücklagen bilden dürfen, um so schwere Zeiten zu polstern. Klingt wie die Spardose unter Omas Matratze – aber vielleicht genau das, was jetzt nötig wäre.
Die deutschen Landwirte kämpfen in diesem Jahr erneut mit extremen Wetterbedingungen, insbesondere Dürre und hohe Temperaturen. Diese Umstände führen nicht nur zu deutlich geringeren Erträgen bei Getreide, Mais und Futterpflanzen, sondern bedrohen auch die finanzielle Existenz vieler Höfe. Obwohl geplante EU-Gelder existieren, zögert das Bundeslandwirtschaftsministerium aufgrund langfristiger Unsicherheiten bei der Auszahlung, während die Bauern schnelle Unterstützung und steuerliche Erleichterungen fordern. Hinzu kommt, dass viele landwirtschaftliche Betriebe bereits durch die Nachwirkungen der Energiepreissteigerungen und schwankende Absatzmärkte belastet sind. Medienberichte zeigen: Auch in Frankreich, Italien und Spanien leiden Landwirtinnen und Landwirte unter anhaltender Dürre, EU-weit werden Hilfen diskutiert. Neue Initiativen, wie etwa gezielte Bewässerungsprojekte, werden zwar diskutiert, stoßen aber auf Widerstand von Umweltschützern, die ein nachhaltiges Gleichgewicht fordern. Reformen bei der Risikovorsorge, das heißt flexiblere Steuermodelle und schnellere Hilfszahlungen, stehen weiterhin oben auf der politischen Agenda.