„Man merkt es beim Blick auf die Häfen – das Wasser ist so knapp wie selten“, berichtete Krischer nach den Beratungen mit Bund und Ländern zur aktuellen Niedrigwasserlage. Im Gespräch mit der ‚Rheinischen Post‘ unterstrich er, dass der Austausch offen und produktiv verlaufen sei, niemand wolle hier verzögern. Zu den Sofortmaßnahmen zählt unter anderem das Aussetzen des Sonntags-Lkw-Fahrverbots, was in NRW schon läuft. Außerdem – das ist so ein Punkt, über den kaum jemand spricht – werden momentan auch dringend notwendige Baustellen an Schleusen und Wasserstraßen notgedrungen aufgeschoben, um Transporte nicht zusätzlich zu blockieren. Ein Beispiel sei die Verschiebung der Wartung an der Schleuse Wanne-Eickel. Für die betroffenen Unternehmen und Spediteure sei das ein wichtiger, wenn auch nur kleiner Trost. Doch Krischer sieht den Blick nach vorne als noch wichtiger: „Alle sprechen davon, die Lösung liegt auf dem Tisch – die Fahrrinne am Rhein muss besser werden!“ Vor allem den Abschnitt zwischen Duisburg und Stürzelberg nennt er – das ist übrigens die Nordgrenze Kölns – als dringend zu behandelnde Stelle. Der Bundeskanzler habe versprochen, endlich längst geplante Projekte zügig anzugehen, jetzt müssten Taten folgen. Auch Verkehrsminister Wissing sei nochmal angesprochen worden. Hier gelte: „Nicht reden, machen!“ Sonst bleibe das Problem beim nächsten Niedrigwasser genauso groß. Die Schifffahrt stehe unter Druck – und alle Beteiligten hätten jetzt Verantwortung.
Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Krischer hebt hervor, dass kurzfristige und pragmatische Schritte – wie die Aussetzung von Fahrverboten und die Verschiebung von dringend geplanten Bauarbeiten – helfen, die Logistikketten in der akuten Niedrigwasser-Phase zu stabilisieren. Mittel- und langfristig fordert er unmissverständlich, dass die Fahrrinnen am Rhein, insbesondere auf dem vielgenutzten Abschnitt zwischen Duisburg und Stürzelberg, optimiert werden müssen, um die Binnenschifffahrt zu entlasten; entsprechende Zusagen von Bundesniveau stünden im Raum, aber es fehle noch immer die konkrete Entscheidung. Aktuelle Recherchen zeigen zudem verstärkte Diskussionen zur Klimaanpassung der Wasserstraßen, etwa effizienteren Ausbau- und Unterhaltungsplänen oder intelligente Steuerung von Verkehrsflüssen, um die wirtschaftlichen Schäden während extremer Wetterereignisse zu minimieren.