Mundart-Robin Hood im alten Schloss: Schlossspiele Falkenstein wagen Neuinterpretation
Im August legt sich im Schlosshof von Niedergösgen erneut Magie über die alten Gemäuer: Die Schlossspiele Falkenstein bringen mit «Robin Hood» einen Klassiker auf kreative Weise zurück auf die Bühne – diesmal aber steht nicht der berühmte Sherwood-Dieb, sondern «Robine Hood» im Zentrum, eine selbstbewusste Heldin im Kampf gegen Unrecht. Die Inszenierung, basierend auf John von Düffels Version und in eine erfrischend direkte Mundart von Andri Beyeler übersetzt, verspricht nicht nur Legenden-Atmosphäre, sondern bringt zeitlose Fragen über Macht, Gerechtigkeit und Mut auf die Bühne. Der Schlosshof selbst, mit seinen launischen Winkeln und ehrwürdigen Steinen, bietet die perfekte Bühne für diese modern erzählte Geschichte.
heute 16:34 Uhr | 1 mal gelesen
Man erwartet vielleicht das Offensichtliche, aber schon beim ersten Probenbesuch merkt man: Hier läuft etwas Besonderes. Regisseur Benno Muheim scheint die bekannte Robin-Hood-Erzählung absichtlich in neue Bahnen zu lenken – weg vom reinen Mythos, hin zu Zwischentönen und Frische. Unterstützt von einem breiten Ensemble regionaler Laiendarsteller:innen und begleitet von Musik, die mal nach Dudelsack klingt und dann wiederum rätselhaft modern daherkommt, entsteht eine Atmosphäre, die gleichermaßen vertraut und weit weg wirkt. Besonders spannend ist der Fokus auf die Hauptfigur: Aus Robin wird Robine – verkörpert von Selina Felder, die laut Gerüchten eine Mischung aus jugendlicher Kraft und nachdenklicher Schärfe auf die Bühne bringt. Die Brüder Joss, als Musikleiter neu dabei, schichten der Inszenierung spannende Klangfarben unter, irgendwo zwischen Spielmannslied und experimenteller Bühne. Und vielleicht ist das der eigentliche Clou: Wer sich auf das verrückte Bühnen-Labyrinth und die Eigenwilligkeit der Umsetzung einlässt, merkt schnell, dass das gute alte Mittelaltertheater auch mit Ecken und Kanten, Humor und Wehmut bestens funktioniert. Der Schlosshof, mit seinen seltsamen Akustikfurchen und verwitterten Mauern, tut sein Übriges. Ein wenig Vorfreude kitzelt also schon jetzt: Ab 13. August dann wieder Theaterluft in Niedergösgen – wie eine Zeitreise, nur mit Augenzwinkern.
Die Schlossspiele Falkenstein in Niedergösgen bringen ab 13. August 2026 eine moderne, feministische Robin-Hood-Adaption in Mundart auf die Bühne und stellen damit Stereotype auf den Kopf. Regisseur Benno Muheim und das Ensemble aus lokalen Amateurdarsteller:innen inszenieren die Legende als großes Gemeinschaftswerk, bei dem Livemusik – zwischen mittelalterlichem Krummhorn und Cello – genauso zur Atmosphäre beiträgt wie die Kulisse des Schlosshofs, der bereits aus früheren Aufführungen für seine magische Wirkung bekannt ist. Besonders auffallend ist die Neubesetzung der Titelrolle als «Robine Hood», was nicht nur zeitgemäß wirkt, sondern viele Fragen über Gerechtigkeit, Rollenvorbilder und gesellschaftliche Erwartungen aufwirft. In aktuellen Berichten über die Schlossspiele wird immer wieder hervorgehoben, wie sehr das wechselnde Ensemble und die offenen Proben den lokalen Zusammenhalt stärken. Im Zusammenhang mit Themen rund um Gleichberechtigung im Theater wird zudem diskutiert, inwieweit neue Perspektiven – etwa durch Geschlechterwechsel in Hauptrollen – frischen Wind in alte Geschichten bringen (beispielsweise auf deutschen und Schweizer Theaterbühnen). Neuere Berichte aus der deutschen Kulturszene zeigen, dass Experimente wie diese nicht nur künstlerisch, sondern auch gesellschaftlich für Gesprächsstoff sorgen und das Publikum aktiv miteinbeziehen (siehe etwa Rezensionen im Feuilleton und Berichte aus der regionalen Kulturarbeit). Als weiterer Impuls wird in aktuellen Quellen darauf eingegangen, dass das Zusammenspiel von Musik, außergewöhnlichen Schauplätzen und Alltagsnähe gerade in Laienensembles oft zu überraschend tiefgründigen, aber auch unterhaltsamen Ergebnissen führt.