Deutsches Brauereisterben: Rückgang setzt sich fort

Die deutsche Brauereilandschaft schrumpft weiter: Für 2025 meldet das Statistische Bundesamt nur noch 1.415 Betriebe — ein neuer Tiefstand nach Jahrzehnten des Wachstums und vielfältiger Bierszene.

vor 39 Minuten | 2 mal gelesen

Biertanks leer, Stimmung gespalten: Deutschland erlebt einen Rückzug der Brauereien, der offenbar kaum aufzuhalten ist. Allein im Jahresvergleich von 2024 zu 2025 ist die Zahl der Braustätten um 53 gefallen, das sind knackige 3,6 Prozent weniger binnen zwölf Monaten. Blickt man sogar bis 2019 zurück, verabschiedeten sich satte 137 Betriebe aus dem Rennen – ein spürbarer Schwund, zumal damals der Höhepunkt der letzten dreißig Jahre erreicht gewesen war. Besonders hart trifft es Bayern: Noch immer Brauereienland Nummer eins (aktuell 588 Stück), aber der Abbau von 648 in 2019 auf jetzt ist ein kleiner Schlag ins malzige Herz. Direkt dahinter rangiert Baden-Württemberg mit 190 Standorten, während Nordrhein-Westfalen es mit 131 Betrieben auf Platz drei schafft. Regional gibt’s Schlaglichter der Hoffnung – Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt etwa trotzen dem Trend und halten ihre Zahlen stabil. Etwas ins Detail: Die ganz Kleinen, Mikrobrauereien mit maximal 100.000 Litern Jahresausstoß, machen mehr als die Hälfte des Markts aus – 821 von 1.415! Die Industrie-Giganten? Gerade einmal acht Brauereien schaffen es in die Klasse jenseits der 200 Millionen-Liter-Grenze. Die Ursachen? Wirtschaftliche Druckwellen, sinkender Bierkonsum, vermutlich aber auch gesellschaftliche Veränderungen, Stichworte Demografie und Lifestyle. Die Brauereien verkauften 2025 rund 7,8 Milliarden Liter Bier, satte 6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und das sind fast 16 Prozent weniger als noch 2019. Persönlich habe ich manchmal das Gefühl, die Craftbeer-Euphorie der vergangenen Jahre ist eingebrochen und vieles, was sich in den Dörfern und Städten mühsam gegründet hat, hält den Spagat zwischen traditionellen Erwartungen und hipper Bierkultur irgendwann einfach nicht mehr aus. Man fragt sich: Ist das nur ein vorübergehendes Tief oder ein echtes Umdenken in Sachen Bierdurst?

Innerhalb eines Jahres sank die Zahl deutscher Braustätten um über drei Prozent, besonders in Bayern und Nordrhein-Westfalen, wobei allerdings kleine Brauereien nach wie vor dominieren, wenn auch ihr Anteil ebenfalls schwindet. Die Bierproduktion ist mit 7,8 Milliarden Litern auf dem niedrigsten Stand seit vielen Jahren, der Rückgang reicht zurück bis zum Rekordjahr 2019. Aktuell kämpfen viele Betriebe mit hohen Kosten für Energie und Rohstoffe sowie veränderten Trinkgewohnheiten (weniger Alkoholkonsum, Alternative Getränke). Recherchiert man aktuelle Branchenberichte und Artikel aus den letzten 48 Stunden, ergibt sich folgendes Bild: Trotz ambitionierter Festivals und neuer Biersorten ist vielerorts der Optimismus gedämpft – die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der demografische Wandel lasten schwer auf kleinen wie großen Betrieben. Darüber hinaus wächst der Druck durch neue alkoholfreie Produkte am Markt, nachhaltige Verpackungsmethoden gewinnen an Bedeutung, und Verbraucher setzen immer mehr auf Regionalität und Qualität anstatt auf Masse.

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