Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung warnt vor wirtschaftlichen Risiken durch Hitzewellen

Marcel Fratzscher, Präsident des DIW, sieht die zunehmende Hitze als erhebliche Belastung für die deutsche Wirtschaft.

heute 13:25 Uhr | 3 mal gelesen

Es ist schon irgendwie paradox: Die Sonne brennt, der Himmel strahlt – und hinter den Fassaden der Unternehmen geht das Schwitzen los, nicht nur wegen der Temperaturen. 'Hitze führt dazu, dass mehr Menschen krank werden. Das wirkt sich auf die Produktivität aus', so Fratzscher im Interview mit Politico. Klingt lapidar, ist aber tatsächlich ein handfester Wirtschaftsbremsklotz. Fratzscher bleibt vorsichtig: Eine weitere Schrumpfung der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr scheint für ihn nicht mehr ausgeschlossen. Trotz eines leichten Auftragszuwachses in der Industrie will keine echte Euphorie aufkommen. Die Wirtschaft stagniert, Wachstum? Nur im Schneckentempo – wenn überhaupt. Und als wäre das nicht schon genug, drückt die steigende Unsicherheit wie ein nasser Lappen auf die Stimmung. Handelsstreitigkeiten mit den USA, höhere Energiekosten wegen des Nahost-Konflikts und diverse geopolitische Wackelfaktoren machen es Unternehmen schwer, durchzuatmen. Wenig beruhigend – auch die niedrigen Pegelstände der Flüsse bleiben ein Thema. Noch sieht Fratzscher darin kein akutes Krisenszenario, aber die Mahnung, dass lang anhaltendes Niedrigwasser zum echten Konjunkturrisiko werden könnte, bleibt im Raum stehen. Hält die Trockenheit vier bis sechs Wochen an, könnte die Wirtschaft ordentlich ins Schleudern geraten.

Im Kern betont DIW-Präsident Fratzscher, dass anhaltende Hitze zu mehr Krankheitsausfällen und damit Produktivitätseinbußen führt. Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, auch wenn die Industrie punktuell leichte Auftragserholungen verzeichnet. Externe Risiken wie die Energiepreise, politische Unsicherheiten und vor allem klimatische Extreme wie niedrige Wasserstände drohen die Situation weiter zu verschärfen. Neuere Analysen zeigen, dass die Auswirkungen von Extremwetterlagen auf die Infrastruktur und Transportwege insbesondere in Süddeutschland deutliche Spuren hinterlassen, etwa durch Ausfälle im Schienen- und Schiffsverkehr. Auch die Bauindustrie und Landwirtschaft kämpfen inzwischen verstärkt mit Kostensteigerungen und Ernteverlusten infolge von Hitze und Trockenheit. Laut aktuellen Berichten fordern Experten aktuell verstärkt Investitionen in die Klimaanpassung, denn ohne langfristige Strategien könnten die wirtschaftlichen Schäden durch Wetterextreme auch in Deutschland künftig drastisch zunehmen.

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