Am 2. und 3. November lädt die Bundesregierung zum Digitalgipfel in die Wilhelm-Hallen im Berliner Bezirk Reinickendorf. Diese Information bestätigte eine Sprecherin des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) gegenüber dem Politico-Newsletter für Technologie und Künstliche Intelligenz. Noch ist Vieles im Fluss: Das BMDS plant erneut ein zweitägiges Treffen, doch die konkreten Themen werden gerade erst zusammengestellt. Klar ist, dass sowohl internationale als auch nationale Herausforderungen der Digitalpolitik auf den Tisch kommen sollen – ein weites Feld, das sowohl Chancen als auch Streitpotential birgt.
Der Gipfel knüpft an das letztjährige, gemeinsam mit Frankreich unter dem Schlagwort 'digitale Souveränität' ausgerichtete Event an. Ziel: eine gemeinsame Definition digitaler Souveränität, mit Fortsetzung der Diskussion bei der VivaTech 2024 in Paris. Welche Themen nun im Zentrum des Gipfels stehen werden, ist bis jetzt noch unklar; offen bleibt auch, ob wie vorgeschlagen der erste Tag exklusiv deutschen Unternehmen gehören wird – Digitalminister Karsten Wildberger brachte das in diesem Frühjahr ins Gespräch, doch aus dem Ministerium dazu bisher keine Stellungnahme.
Nicht unwesentlich: Es mehren sich Hinweise, dass die Bundesregierung beim Gipfel auch die Beziehung zu Kanada weiter vertiefen will. Eine offizielle Bestätigung steht allerdings noch aus. Schon im Dezember letzten Jahres entstand eine Digitalallianz zwischen Deutschland und Kanada, deren greifbarstes Projekt der geplante Zusammenschluss der KI-Start-ups Cohere und Aleph Alpha darstellt. Interessantes Detail am Rande: Cohere-CEO Aidan Gomez steht auf der Gästeliste der Bundesregierung, er soll nächste Woche bei der Kabinettsklausur in Neuhardenberg zu Zukunftsthemen wie industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität und Schlüsseltechnologien sprechen – Themen, die für Deutschlands digitalen Kurs künftig entscheidend sein könnten.
Am 2. und 3. November veranstaltet die Bundesregierung ihren Digitalgipfel 2024 in den Wilhelm-Hallen in Berlin und stellt dabei nationale, europäische und internationale Aspekte der Digitalpolitik in den Mittelpunkt. Ein zentraler Schwerpunkt könnte die Weiterentwicklung der 2023 mit Frankreich begonnenen Initiative zur digitalen Souveränität werden, welche zuletzt auf der Pariser VivaTech-Messe bekräftigt wurde. Darüber hinaus lässt sich ein wachsendes Interesse an einer Vertiefung der deutsch-kanadischen Kooperation erkennen, vor allem im Bereich Künstliche Intelligenz, wie die geplante Fusion von Cohere und Aleph Alpha zeigt.
Zusätzliche Hintergrundinformationen: Laut aktueller Medienberichte aus den vergangenen zwei Tagen wachsen die Erwartungen, dass beim diesjährigen Digitalgipfel auch kontroverse Themen wie Datenschutz, Digital-Health-Anwendungen sowie neue Fördermöglichkeiten für Start-ups und KMUs debattiert werden. Probleme bei der Digitalisierung der Verwaltung, etwa bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes, treten weiterhin als große Herausforderung hervor. Bemerkenswert ist zudem, dass angesichts geopolitischer Unsicherheiten die Stärkung der europäischen Technologie-Resilienz zur digitalen Souveränität als übergeordnetes Ziel diskutiert wird. Unterschiedliche Interessensgruppen, darunter Wirtschaftsverbände, warnen derweil vor zu bürokratischen Digitalregulierungen, die Innovationspotenziale hemmen könnten.