DIW: Ohne Abschaffung der Rente ab 63 keine nachhaltige Rentenreform

Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, betont, dass die Streichung der abschlagsfreien Rente ab 63 Jahren Kernpunkt der Rentenreform sei. Andernfalls stünde das gesamte Reformpaket infrage.

heute 00:03 Uhr | 3 mal gelesen

Schätzungsweise würde der Wegfall der Rente mit 63 langfristig rund zehn Milliarden Euro einsparen – ein Batzen Geld, der sicher nicht zu vernachlässigen ist. Noch interessanter: Laut DIW kämen so auf jeden neuen Rentner-Jahrgang ungefähr 125.000 zusätzliche Leute in Lohn und Brot. Fratzscher hatte gewarnt, dass ohne diese Änderung die geplante Rentenreform im Prinzip zum Scheitern verurteilt wäre. Die Bundesregierung müsste von vorn anfangen und die Finanzierung des Rentensystems neu überdenken – kein kleiner Schritt. Und noch etwas: Die jetzige Regelung begünstige tendenziell eher Besserverdiener und häufiger Männer, weniger diejenigen, die Altersarmut fürchten müssen. Diese Umverteilung – so Fratzscher – sei ein echter Knackpunkt. Arbeitsministerin Bärbel Bas legte der Union nahe, ihre Haltung zur Rente mit 63 klarzumachen. Sie zeigte sich offen für Diskussionen: Falls die Union auf Veränderungen im Reformpaket poche, wolle sie sich dem auch nicht verschließen – so ihr Hinweis beim ZDF.

Der Streit um die Rente mit 63 ist erneut entbrannt, da das DIW unter Fratzscher Druck macht, diese abschlagsfreie Möglichkeit frühzeitigen Renteneintritts zu kippen, um Milliarden zu sparen und die Rentenkasse zu stabilisieren. Besonders kritisiert wird, dass vor allem Besserverdienende, meist Männer, von diesem Privileg profitieren, während die ursprünglich avisierten Zielgruppen – etwa von Altersarmut Bedrohte – kaum erreicht werden. Interessanterweise wird derzeit auch aus Koalitionskreisen selbst Verhandlungsbereitschaft signalisiert, während die Opposition Position bezieht. Nach Recherchen in aktuellen Quellen wie der ZEIT, taz und Süddeutschen Zeitung ist das Thema hochaktuell und politisch umstritten. Tatsächlich wird immer wieder betont, dass die Nachwuchsgeneration die Hauptlast dieser Regelung trage; zugleich lösen Diskussionen über längere Lebensarbeitszeit und Alternativen für körperlich beanspruchte Berufe emotionale Debatten aus. In Einzelfällen wird zudem argumentiert, dass nicht allein am Eintrittsalter, sondern zugleich an flexiblen Übergängen und besseren Arbeitsbedingungen im Alter angesetzt werden sollte.

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