Die Forderung der Grünen nach einer Zentralisierung der Drohnenabwehr rückt die fragmentierte Sicherheitsarchitektur Deutschlands in den Fokus – ein wiederkehrendes Thema politischer Debatten, vor allem nach Vorfällen wie dem vereitelten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle. Bundespolizei und Landesbehörden agieren oft parallel und geraten bei Zuständigkeiten aneinander, was zu Verzögerungen und Unsicherheiten führen kann. Angesichts der immer umfangreicheren Nutzung ziviler Drohnen und der wachsenden Gefahr durch gezielte Angriffe mit diesen Geräten sehen viele Politiker – nicht nur aus dem grünen Lager – akuten Reformbedarf. Zuletzt ist diesbezüglich auch in der neuen EU-Drohnenverordnung Debatte entstanden, ob nationale oder supranationale Akteure besser geeignet seien, Bedrohungslagen zu regulieren und abzuwehren. Aus verschiedenen Ressorts kommt Widerstand oder Skepsis gegenüber weiterer Zentralisierung, auch aus Bedenken vor zu viel Machtkonzentration bei einer einzigen Bundesbehörde. Die öffentliche Diskussion wird den Druck auf die Politik, insbesondere auf Bundesinnenminister Dobrindt, weiter erhöhen.