Der Plan der Bundesregierung ist klar: Mehr privates Investment in junge Firmen, sagte Vizekanzler Lars Klingbeil dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Am Montag trifft er in Berlin beim "Branchendialog Ost" auf über 70 innovative Köpfe – allesamt Gründer aus Ostdeutschland, die tatsächlich viel einzubringen haben. Eingeladen wurde von Elisabeth Kaiser (SPD), der Ostbeauftragten, die ziemlich unverblümt verkündet: Wer morgen im DAX notiert sein will, sollte auch aus dem Osten kommen dürfen. Dabei mangelt es doch oft schlicht am nötigen Kapital; zum Vergleich: in den USA ist das Venture Capital rund 37-mal höher als hierzulande.
Was wünschen sich die Gründer? Weniger Knüppel zwischen die Beine: Beispielsweise will Michael Petrosjan, Start-up-Chef aus Leipzig, weniger bürokratischen Ballast und zackigere Marktstarts. "Von der Idee bis zur Umsetzung dauerts zu lange!", kritisiert er. Sören Schuster vom Technologiegründerfonds Sachsen moniert zudem, dass schon die Reisezeiten ins westdeutsche Wirtschaftszentrum endlos seien – ein ganz praktisches Hindernis für Wachstum.
Klingbeil hält dagegen: Die nächste Generation an Weltmarktführern könne hier entstehen, wenn man ihnen nur zuhört. Ziel sei es, mit dem "Zukunftsfonds" unter dem Dach des Deutschlandfonds milliardenschwere Investments zu mobilisieren. Zudem werde auch europäisch gedacht, etwa in einer geplanten "Spar- und Investitionsunion" mit Partnern wie Frankreich oder Italien. Klingbeil und Kaiser schüren die Hoffnung, dass in Ostdeutschland tatsächlich das Zentrum deutscher Innovationskraft entstehen könnte – oder zumindest die Ausgangsbasis für neue, große Ideen.
Klingbeil setzt sich dafür ein, die steuerliche Belastung für Start-ups zu minimieren, um mehr privates Risiko- und Wachstumskapital anzuziehen. Die ostdeutsche Gründerszene fordert nicht nur Geld, sondern auch Bürokratieabbau, bessere Verkehrsanbindung und eine innovationsfreundliche Vergabepolitik, wie das Beispiel Leipzig zeigt. Mit dem Zukunftsfonds und internationalen Initiativen wie der Spar- und Investitionsunion will die Regierung tiefgreifende Veränderungen anstoßen, um die deutschen Start-ups – besonders im Osten – auf ein international konkurrenzfähiges Level zu heben und die Innovationskultur zu stärken.
In aktuellen Medienberichten (Stand Juni 2024) wird zudem betont, dass Deutschlands Start-up-Standorte weiterhin im Wettbewerb mit internationalen Hubs wie Paris, London oder Tel Aviv stehen und der Mangel an Venture Capital sowie die Herausforderungen durch bürokratische Hürden immer deutlicher hervortreten, besonders in strukturschwächeren Regionen. An anderen Stellen wird kritisiert, dass viele Jungunternehmen dringend Unterstützung bei der Digitalisierung und im Bereich der Fachkräftegewinnung brauchen. Die Politik diskutiert aktuell auch neue Subventionsmodelle, um gezielt den Transfer von Wissenschaft in marktfähige Produkte zu stärken – das könnte langfristig die Erfolgsaussichten deutscher Start-ups erheblich verbessern.