Konferenz IT-SECX 2026: Cyberresilienz und digitale Souveränität an der FH St. Pölten

Einmal im Jahr trifft sich die Szene der IT-Sicherheitsexperten, Studierenden und Unternehmen an der FH St. Pölten zur IT-SECX. Dieses Jahr drehte sich der Diskurs um Cyberresilienz, Regulierung und die starke Rolle nationaler Souveränität im digitalen Raum. Mit überraschend vielseitigen Impulsen von Keynotes bis zum Cyber Escape Room zeigte die Konferenz, wie lebendig und praxisnah aktuelle IT-Security-Forschung sein kann.

06.10.26 18:40 Uhr | 6 mal gelesen

Wenn gut 700 Menschen zusammenkommen, nur um über die Abwehr von Cyberangriffen, Regulierung und die scheinbar trockene Materie der digitalen Souveränität nachzudenken – dann ist vermutlich IT-SECX. "Wir sind nicht nur Talentschmiede für künftige IT-Experten, sondern versuchen stets, die Lücke zwischen Forschung und Praxis zu schließen", betonte Johann Haag, der Geschäftsführer der FH St. Pölten, im Rahmen seiner Eröffnung. Die Konferenz machte gleich zu Beginn deutlich, worum es im Kern geht: Cybersecurity ist längst mehr als Technik – es ist auch eine gesellschaftliche Frage. Spannend (und vielleicht ironisch angesichts der gegenwärtigen Unsicherheiten): Die Keynote von Jens Wiesner vom deutschen BSI. Thema: Ein landesweiter "Cyberdome" – eine Art Schutzschirm für die digitale Infrastruktur. Klingt fast nach Science-Fiction, doch es stecken Vision und konkrete Technik dahinter. Es folgten Vorträge zu Themen, die von KI-Souveränität über Bedrohungserkennung direkt auf den Endgeräten bis zu Post-Quantum-Kryptografie und Angriffen auf Active Directory reichten. Ein bunter Mix, nicht immer leicht verdaulich – was aber irgendwie auch dazugehört. Abseitige Themen wie Lockpicking oder Drohnensicherheit, die am Rande der IT-Sicherheit kratzen, sorgten für Momente des Staunens. Dazu eine Graduate Lounge für den informellen Austausch und Networking gleich nebenan. Unternehmensstände, Nachwuchskräfte, und, nicht zu vergessen: Der Cyber Escape Room des Bundesheers durfte nicht fehlen. Es bleibt also nicht bei trockenen PowerPoint-Präsentationen. Thomas Brandstetter, einer der Organisatoren, kommentierte fast lakonisch: "Die Community ist heute wichtiger denn je." Ein Satz, der viel nachhallt, findet doch IT-Security fast schon im Minutentakt neue Herausforderungen. Am Ende folgte noch der traditionelle Rückblick: Die wichtigsten Cybervorfälle, Entwicklungen, kleine Skandale – präsentiert fast wie eine Nachrichtensendung von gestern im Raum von morgen. Fazit: Die IT-SECX lebt von Reibung, Vernetzung und einer ordentlichen Portion Enthusiasmus.

Die diesjährige IT-SECX 2026 machte deutlich, wie breit gefächert die Anforderungen an die IT-Sicherheit heute sind: Von Regulierung und nationaler Cyber-Abwehr bis hin zu hochaktuellen Themen wie der Abwehr von KI-getriebenen Angriffen und den Herausforderungen der Post-Quantum-Kryptografie. Besonders auffällig: Die Fachkonferenz setzt explizit auf den Austausch zwischen Forschung, Nachwuchs und Praxis und schlägt Brücken zwischen hochspezialisierten Fachvorträgen und interaktiven Elementen wie Escape Rooms oder Lounges. In der aktuellen öffentlichen und politischen Diskussion wird Cyberresilienz als zunehmend strategisches Zukunftsthema bewertet: Ein Bericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor einer höheren Zahl und Schwere von Cyberattacken auf kritische Infrastruktur in den letzten Monaten. Zusätzlich betonen mehrere Medien, dass die Digitalisierung und die Nutzung von KI in der Verwaltung neue Angriffspunkte bieten, weshalb auch kleine und mittlere Unternehmen dringend in die eigene Resilienz investieren sollten. Ein übergreifender Tenor: Ohne beständige Qualifizierung und eine offene Community wie bei der IT-SECX bleiben Unternehmen verwundbar. ---

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