Linke rügt Frühstartrente: Viel Show, wenig Substanz

Das von der Regierung angekündigte Vorhaben einer „Frühstartrente“ wird von der Linkspartei als unausgegoren und symbolhaft abgelehnt.

heute 11:38 Uhr | 1 mal gelesen

Sarah Vollath, die rentenpolitische Stimme der Linken im Bundestag, äußerte sich ziemlich scharf zur sogenannten Frühstartrente. Im Gespräch mit der 'Rheinischen Post' warf sie der Ampel-Regierung vor, nur ein blendendes Schaufensterprojekt zu liefern – vor allem, um selbst kleine Kinder schon früh an aktienbasierte Vorsorgemodelle heranzuführen. Der wohlhabende Nachwuchs bekomme so steuerliche Vorteile obendrauf, während diejenigen aus weniger betuchten Familien fast leer ausgehen. Vollath stellte die Frage in den Raum, wem so eine Konstruktion eigentlich nutze. Weder werde damit die Rente als Ganzes stabiler, noch sei das Projekt geeignet, der grassierenden Altersarmut wirklich zu begegnen. Statt in dieses 'Schnapsidee-Projekt', wie sie andeutete, Milliarden zu pumpen und den Bundeszuschuss zur gesetzlichen Rente zu kürzen, sollte die Regierung laut Linke ganz andere Akzente setzen. Kurios: Der Vorschlag sieht vor, dass Kinder ab sechs Jahren monatlich zehn Euro staatlich für die private Vorsorge erhalten sollen – ohne dass wirklich geklärt ist, wie diese Mini-Beträge auf lange Sicht gravierende Unterschiede machen.

Die sogenannte Frühstartrente, beschlossen von der Ampel-Koalition, ist eine Art staatlich bezuschusstes Privatvorsorgemodell für Minderjährige. Kritik entzündet sich vor allem an der sozialen Schieflage: Denn nur Familien, die sich zusätzliche Einzahlungen leisten können, profitieren wirklich, während finanziell Schwächere kaum Vorteile haben. In Medienberichten verschiedener Portale wird zudem hervorgehoben, dass Expert*innen die langfristigen Effekte auf das Rentensystem als marginal bewerten und die Maßnahme insgesamt als Symbolpolitik für die Börsenkultur einschätzen. Zusätzlich zu diesen Argumenten wird in mehreren aktuellen Artikeln darauf hingewiesen, dass das Vorhaben Teil eines größeren Pakets zur finanziellen Bildung junger Menschen ist, das etwa auch digitale Tools und begleitende Info-Angebote vorsieht. Insofern steht der Vorstoß auch in der Kritik, zu isoliert auf Privatvorsorge zu setzen, statt an strukturellen Ursachen für Altersarmut zu arbeiten.

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