LKW-Sonntagsfahrverbot: Branche zweifelt am Nutzen der Aussetzung

Die Diskussion um eine vorübergehende Lockerung des Sonntagsfahrverbots für LKW wegen der anhaltenden Niedrigwasser-Problematik wird vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) mit Zurückhaltung betrachtet. Vorstandssprecher Dirk Engelhardt warnt, dass die Maßnahme am eigentlichen Dilemma vorbeigehe.

heute 13:31 Uhr | 3 mal gelesen

Wenn man ehrlich ist: Alle würden vielleicht kurzfristig ein paar Lieferungen vorziehen oder verschieben, aber das grundlegende Problem bleibt doch dasselbe. Die rechtlich festgelegten Lenk- und Pausenregelungen gelten weiterhin, auch falls an Sonntagen gefahren werden dürfte. Heißt: Die tatsächlich mögliche Fahrzeit im Wochenverlauf ändert sich nur zeitlich, aber nicht in der Summe. Wo nimmt man das Personal her? Der akute Fahrermangel – es fehlen inzwischen über 100.000 LKW-Fahrer – wird dadurch auch nicht behoben. Und dieses Defizit ist, so Engelhardt, alles andere als neu. Mir scheint das ein wenig wie Symptombehandlung mit einem alten Verband, wenn der eigentliche Bruch längst ganz woanders sitzt.

Die Aussetzung des Sonntagsfahrverbots für LKW, die in Folge der aktuellen Niedrigwassersituation auf deutschen Flüssen ins Spiel gebracht wurde, wird vom BGL kritisch betrachtet: Auch bei einer Freigabe bleiben strenge Lenk- und Ruhezeiten bestehen, was den Spielraum für effektive Mehrarbeit deutlich begrenzt. Außerdem mangelt es der Branche weiterhin massiv an Fahrpersonal, was sich durch diese Maßnahme nicht ändert. Nach der Recherche zeigt sich, dass die Problematik durch die Infrastruktur-Schwächen und den Klimawandel weiter verschärft wird: Die Transportbranche sieht sich zunehmend unter Druck, da nicht nur der Rhein durch Niedrigwasser zum Risiko wird, sondern auch Ausweichrouten über Schiene und Straße an Kapazitätsgrenzen stoßen. Neue Vorschläge drehen sich um mehr Digitalisierung, bessere Arbeitsbedingungen und strukturelle Investitionen in Logistik und Infrastruktur. Die Regierung prüft verschiedene Optionen, der politische Streit ist offen, und Stimmen nach tiefgreifenden Reformen werden lauter.

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