Niedrige Pegelstände am Rhein: Deutsche Wirtschaft droht massiver Schaden

Die persistierende Trockenheit am Rhein könnte der deutschen Wirtschaft bis Ende Oktober einen Schaden von rund 913 Millionen Euro zufügen. Besonders bedroht sind Industriezentren im Westen.

heute 18:59 Uhr | 2 mal gelesen

Eine aktuelle Modellanalyse, die vom Beratungsunternehmen Prognos im Auftrag des 'Handelsblatts' durchgeführt wurde, prognostiziert erhebliche wirtschaftliche Folgen durch das kontinuierliche Niedrigwasser im Rhein. Der Berechnung zufolge könnte allein im Einzugsgebiet des Rheins eine Wertschöpfungseinbuße von etwa 214 Millionen Euro eintreten. Besonders alarmierend trifft es die Chemieindustrie – fast die Hälfte aller geschätzten Verluste, ungefähr 426 Millionen Euro, betrifft diesen Sektor. Die nächsten Wellen schlagen Kokereien und Mineralölverarbeitung, denen ein Schaden von rund 207 Millionen Euro droht. Auch Bereiche wie Energieversorgung, Logistik und Gastgewerbe sind laut Berechnungen mit wenigstens 48 bis 49 Millionen Euro betroffen. Ein genauerer Blick auf die Regionen zeigt: Die Situation spitzt sich vor allem zwischen Mannheim und Ludwigshafen zu – hier könnten sich die Verluste laut Prognos auf beinahe eine halbe Milliarde Euro addieren. Das Rhein-Main-Gebiet steht mit möglichen 136 Millionen Euro auf der Risikoliste, Karlsruhe folgt mit etwa 118 Millionen. Grundlage für diese Analyse waren Wassermessungen an bestimmten Rheinabschnitten und Vorhersagedaten der Bundesanstalt für Gewässerkunde – ergänzt und erweitert durch saisonale Muster vergangener Jahrzehnte. Doch das ist nur ein Ausschnitt des eigentlichen Problems: Jenseits der unmittelbar betroffenen Flüsse wächst der Druck auf knappe Wasserressourcen. Firmen investieren verstärkt in Aufbereitung und Recycling von Wasser oder schauen sich nach alternativen Bezugsquellen um – und das nicht ganz ohne Grund. Denn neue Großverbraucher, wie etwa Rechenzentren, drängen in den Markt und verschärfen den Wettbewerb. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Konkurrenz um das kostbare Nass noch lauter ausgetragen wird. Welche Standorte in den nächsten Jahren noch zuverlässig beliefert werden können, bleibt daher offen – und lässt viele Unternehmen und Kommunen nun vorsorglich umdenken.

Eine vom Beratungsunternehmen Prognos durchgeführte Modellrechnung warnt, dass das anhaltende Niedrigwasser am Rhein in den kommenden Monaten den deutschen Unternehmen Verluste von bis zu 913 Millionen Euro einbrocken könnte. Besonders betroffen sind die Chemieindustrie, Mineralölverarbeitung sowie Regionen wie Mannheim-Ludwigshafen und das Rhein-Main-Gebiet. Der Wassermangel hat zudem einen Dominoeffekt, da Unternehmen nicht nur Produktionsausfälle fürchten, sondern auch langfristig in Recycling, effizientere Nutzung und alternative Quellen investieren müssen. Außerdem ist das größere Bild zu sehen: Die zunehmende Konkurrenz um Wasserressourcen, etwa durch den Boom neuer Rechenzentren und andere Großnutzer, wird sich weiter verschärfen – was bereits jetzt zu politischen und infrastrukturellen Debatten führt. Neue Entwicklungen (Stand Juni 2024): Laut aktuellen Medienberichten ist die Lage nach wie vor angespannt – beispielsweise berichtet die FAZ, dass weitere Teile der Rheinschifffahrt zeitweise eingeschränkt wurden, auch weil Binnenschiffe durch flachere Fahrrinnen weniger Ladung transportieren können; das wiederum verschärft Lieferengpässe. Die Süddeutsche meldet, dass die Bundesanstalt für Gewässerkunde in einem neuen Gutachten von einem weiteren Trockenzeitraum ausgeht und fordert mehr politische Koordination, etwa durch Förderprogramme für wassersparende Industrieprozesse. Und t3n.de hebt hervor, dass verstärkt digitale Tools, Sensorik und Überwachungssysteme zum Einsatz kommen, um Wasserverbrauch und -qualität in Echtzeit zu managen – vor allem, um künftige Engpässe schneller zu identifizieren und Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Schlagwort aus diesem Artikel