Konstantin Kuhle, innenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, spricht sich für eine Smartphone-App aus, welche Corona-Infizierte inklusive ihrer Sozialkontakte ortet.

Kuhle spricht sich gegenüber dem RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland) dafür aus, neue Technologien mit all ihren Möglichkeiten und Chancen auch für die Bekämpfung der Corona-Pandemie einzusetzen. Die Zeitungen des RND berichten darüber am heutigen Dienstag (31.03.20). Der Einsatz von Ortungsmöglichkeiten über das Handy sei auch unter der Beibehaltung der hohen deutschen Datenschutzstandards möglich, so Kuhle weiter. Es werde gegenwärtig eine Lösung diskutiert, welche die FDP befürworte. Sie kombiniere innovative Technologie und den Datenschutz. Das ändere natürlich nichts daran, dass man auch weiter Menschen in hohem Umfang medizinisch testen müsse. Erst dann bringe schließlich die Corona-App einen wirklichen Nutzen.

Markus Beckedahl, Gründer der Rechercheplattform Netzpolitik.org, schließt sich der Meinung des FDP-Politikers an. Auch er hält eine nicht verpflichtende App zur Eindämmung der Corona-Krise durchaus für akzeptabel. Sie sei eine technisch sehr sinnvolle und zugleich die grundrechtfreundlichste Variante, so Beckedahl zu den Zeitungen des RND. Natürlich müsse die Politik vorab ihre Ansprüche an so eine App formulieren. Technisch solle die App diese Ansprüche dann gewährleisten. Der Datenschutzexperte schätzt ein, dass sich eine derartige App aus rein technischem Blickwinkel innerhalb einer Woche realisieren lasse. Zum Datenschutz merkt Beckedahl an, dass man die Daten zunächst sicher speichern und dann alsbald wieder löschen solle. Ein Missbrauch müsse strikt ausgeschlossen werden. Auch die Frage der medizinischen Tests greift Beckedahl auf. Die beste App bringe nichts, so der Fachjournalist, wenn es nicht ausreichend Tests gebe.

Die App soll mit Bluetooth, das auch bei ausgeschaltetem Funknetz funktioniert, alle Kontaktpersonen eines Infizierten im üblichen Bluetooth-Umkreis (bis rund zehn Meter) erfassen und sie anonymisiert darüber informieren, dass sie sich unlängst in der Nähe eines Coronavirus-Infizierten befunden haben. Nach der derzeitigen Planung können sich Bürgerinnen und Bürger die App freiwillig und kostenlos auf ihr Smartphone laden.

Redaktion poppress.de, A-055824