Schon seit geraumer Zeit schießen die Lebenshaltungskosten durch die Decke, während die Bundesregierung bislang lediglich einen recht halbherzigen Tankrabatt ins Rennen geschickt hat. Reichinnek kritisiert, dass selbst dieser Mini-Schritt nicht namensgerecht beim Verbraucher lande – im Gegenteil, am Ende profitieren eher die Ölkonzerne. Das endgültige Aus für die sogenannte 'Entlastungsprämie' – ursprünglich eine 1.000-Euro-Steuerfreigabe – wertet sie als peinliches Signal von Überforderung und schlechtem Krisenmanagement. "Schon die Ankündigung dieser Prämie erfolgte ohne Rücksprache mit den relevanten Akteuren und ist dann noch im Bundesrat an den eigenen Leuten der Koalition gescheitert," meint sie nüchtern, aber spürbar genervt. Stattdessen verlangt Reichinnek nun von der schwarz-roten Regierung eine Übergewinnsteuer – also eine Sondersteuer auf übermäßige Gewinne bei Unternehmen, die durch die Krise profitieren. Mit den Einnahmen daraus will sie nicht nur eine Neuauflage des 9-Euro-Tickets und ein spezielles Energiekrisengeld finanzieren lassen, sondern auch gewinnenmargen begrenzen: Unternehmen sollen nur steigende Einkaufspreise weitergeben, aber keine zusätzlichen Profite durch künstlich höhere Endpreise einstreichen dürfen. Manche mögen das radikal finden, aber in Zeiten explodierender Rechnungen und wachsender Wut in der Bevölkerung scheint Stillhalten einfach keine Option mehr.
Heidi Reichinnek drängt nach dem Scheitern der Entlastungsprämie auf sofortige und spürbare Hilfen für die Bürger:innen angesichts der eskalierenden Preise – insbesondere für Energie und alltägliche Bedürfnisse. Neben der Forderung einer Übergewinnsteuer und der Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets bringt sie auch die Begrenzung der Unternehmensgewinne ins Spiel, um unfaire Preiserhöhungen zu verhindern. Inzwischen diskutiert die Bundesregierung laut neuesten Medienberichten tatsächlich weitere Entlastungsmaßnahmen: Unter anderem sind Verbesserungen beim Wohngeld, ein Klimageld und gezielte Unterstützung für Geringverdiener im Gespräch. SPD und Grüne sprechen sich ebenfalls für neue Preisbremsen aus; die FDP hingegen setzt stärker auf Steuerentlastungen und kritisiert „Aktionismus“ seitens der Linken. Die Debatte um sogenannte Zufallsgewinne in der Energiebranche läuft international und gewinnt an Fahrt, etwa in Italien und Großbritannien. Zeitgleich wächst gesellschaftlicher Druck, weil vor allem einkommensschwache Haushalte jetzt schon massive Einschnitte bei Strom, Heizen oder Lebensmitteln machen müssen.