Die Özdemir-Dokumentation schildert seinen Aufstieg aus einfachen Verhältnissen zu einem der wichtigsten Politiker Baden-Württembergs und blendet dabei nicht die Schattenseiten und Kontroversen aus – sowohl seine eigene Partei als auch Menschen mit ähnlicher Herkunft sehen ihn kritisch. Regisseure und Redaktion setzen auf Nähe und Authentizität, lassen Unterstützer und Skeptiker gleichermaßen zu Wort kommen und nutzen selten gezeigtes Archivmaterial, um komplexe Fragen nach Integration, Identität und politischem Kompromiss aufzuwerfen.
Neueste Hintergrundrecherche: Özdemirs Rolle als Bundesland-Chef wäre ein Novum, da es bislang keinen Ministerpräsidenten mit Migrationsgeschichte im „Ländle“ gab, und sie steht sinnbildlich für den gesellschaftlichen Wandel und die wachsenden Herausforderungen durch Populismus und Parteienpolarität. Hinzu kommt, dass sich die Grünen in jüngster Zeit intern wiederholt über die Ausrichtung der Partei, Migration und Klimaschutz gestritten haben. Die Diskussion um migrantische Repräsentation und die Frage, wie Politiker*innen ihre Herkunft „ausspielen“ oder auch verleugnen, ist in den vergangenen Tagen medial wieder hochgekocht – auch befeuert durch ähnliche Debatten in anderen Bundesländern. Özdemir wird darin häufig als das bekannteste Gesicht für integrationspolitische Konflikte genannt, sein Kurs zwischen Pragmatismus, Prinzipientreue und politischer Anpassung sorgt weiter für Gesprächsstoff.