Manchmal passiert alles auf einmal – oder es fühlt sich zumindest so an. Bei Messer, dem Schwergewicht unter den privaten Industriegasanbietern, geht nach einem Zusammenspiel aus Umwälzungen in der Eigentümerschaft und der Finanzierung, der nächste große Schritt über die Bühne: CEO Bernd Eulitz, seit 2022 Teil der Führungsriege und seit April 2023 an der Spitze, verabschiedet sich plangemäß in den Ruhestand. Unter seiner Leitung, das betont er stolz, wurden zentrale Weichen gestellt: unter anderem die Übernahme der Anteile an Messer Americas, der Einstieg des langfristigen Investors GIC und einige knallharte Finanzierungsrunden. Was bleibt, ist nicht nur ein Unternehmen, das auf globaler Bühne wie auf einem einheitlichen Spielfeld agiert, sondern auch eine Mannschaft, die im gleichen Takt marschiert.
Eulitz blickt zurück – nicht ohne Sentimentalität: Für ihn ist jetzt Schluss mit dem Geschäftsalltag, Zeit für Familie und brachliegende Interessen. Er spricht von Stolz, auch von Freude, und würdigt das Team und besonders das Zusammenwirken mit Aufsichtsrat Stefan Messer. Man merkt: Hier verlässt einer den Stuhl mit innerer Überzeugung, dass die Truppe gewappnet ist. Apropos Aufsichtsrat, Stefan Messer beschreibt Eulitz als Kompass in rauen Zeiten, als Visionär und als integren Gestalter, der Messer international geprägt hat.
Ab Juli 2026 dann also der neue Taktgeber: Peter Mohnen. Noch sitzt er im Aufsichtsrat, demnächst übernimmt er den CEO-Posten – nach mehr als drei Dekaden Führungserfahrung, zuletzt bei KUKA. Mohnen gibt sich kämpferisch, will Bewährtes erhalten und trotzdem 'Neues wagen', wie es in Familienunternehmen manchmal fast zu bescheiden klingt. Respekt vor der Unternehmensgeschichte und Zuversicht auf die kommenden Jahre schwingen in seinen Aussagen mit. Für den Aufsichtsrat steht fest: Mohnen verkörpert die Werte der Firma, legt Wert auf Vielfalt, Vertrauen und Team-Spirit.
Doch nicht nur an der Spitze wird nachjustiert. Auch in Europa dreht sich das Karussell: Virginia Esly, als COO Europe maßgeblich an der Integration und Neupositionierung der europäischen Einheit beteiligt, verlässt das Unternehmen zum Sommer 2026 auf eigenen Wunsch. Ihr Wirken steht für gestiegene Umsätze, kräftigeres EBITDA und solide Fortschritte in Sicherheit und Digitalisierung. Ihr Nachfolger: Matthias Thiele – ein Messer-Urgestein mit über 40 Jahren an Bord, künftig als COO Europe und seit 2026 CMO, direkt unter dem neuen CEO. Seine Agenda: kundennahes Wachstum und Stärkung der lokalen Organisationen.
Wenn man darüber nachdenkt, wirkt Messer fast wie eine Art Mikrokosmos des deutschen Mittelstands: Beständigkeit, aber nie stehen bleiben. Vertrauen, Integrität und Unternehmergeist als öffentlich artikuliertes Mantra. Ob das reicht, um in turbulenten Zeiten einen Vorsprung zu behalten? Vielleicht, weil sie nie behaupten, schon angekommen zu sein.
Messer vollzieht mit dem geplanten Wechsel an der Konzernspitze und einer neuen europäischen Führungsetage einen strategisch bedeutenden Generationswechsel. Bernd Eulitz, bisheriger CEO, leitete die globale Expansion und festigte die internationale Integration – nun übernimmt Peter Mohnen, der Erfahrung aus der Industrieautomation mitbringt und frischen Wind verspricht. Ähnlich im europäischen Geschäft: Virginia Esly verlässt nach nachhaltigen Erfolgen die Bühne; ihr Nachfolger Matthias Thiele garantiert Kontinuität und kennt Messer seit Jahrzehnten aus dem Effeff. Die jüngsten Entwicklungen reflektieren nicht nur die globale Neuausrichtung des Marktes für Industriegase, sondern zeigen auch, wie sich Familienunternehmen über Jahrzehnte innovativ behaupten können – bemerkenswert in einem von Digitalisierung und Umweltdruck getriebenen Umfeld. Die Herausforderungen bleiben dabei gewaltig, von der Transformation der europäischen Industrie (Stichwort: Dekarbonisierung!), über zunehmende Regulierung und Preisdruck bis hin zu Investitionsbedarf im Bereich grüner Technologien. Mehrere Medien heben hervor, dass die Werteorientierung und solide Kapitalstruktur Messer aktuell eine gewisse Resilienz geben, allerdings muss sich das Unternehmen auch künftig flexibel an komplexe geopolitische Entwicklungen anpassen.
Aktuelle Recherchen (Stand: Juni 2024) unterstreichen, dass ähnliche Transformationsprozesse – insbesondere Nachfolge und Digitalisierung – auch andere deutsche Industrieunternehmen betreffen. Weiterhin bleibt der Ausbau nachhaltiger Lieferketten ein zentrales Thema in der gesamten Branche.