Mal ehrlich – wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass diese glänzenden, oft viel zu klebrigen Sammelkarten mal den Sprung in die Galerie schaffen? Topps hat es tatsächlich gemacht: Anfang Mai wurden in London die neuen Chrome UEFA Club Karten nicht einfach präsentiert, sondern gefeiert – mit Kunstinstallationen, physischen Karten und Stars, die mit ihren eigenen Jugendträumen konfrontiert wurden.
Die Schau, aufgezogen wie ein Streifzug durch Wohnzimmer, Straßenkunst und Museumsatmosphäre, rückte Karten in einen Kontext, wo Erinnerungen und Identität vermischt werden. Besonders auffällig: Ivan Beslic, der Düsseldorfer, der sich als Sammler und Marker-Künstler längst einen Namen gemacht hat, präsentierte gleich drei Werke. Darunter ein Bild zu Lennart Karl, dem „Rookie“ aus Deutschland. Gesichter wie Estêvão Willian oder Symbolik der Rookie Cards tauchten bei Beslic in farbigen Marker-Linien auf – und ja, Hip-Hop der Neunziger lag spürbar in der Luft.
Apropos Kunst: Es gab Installationen, bei denen Besucher per Teleskop die Lichter und Fußballstars von Budapest ins Wohnzimmer holen konnten. Eine Kabine voll verspiegelter Karten ließ einen fast vergessen, ob man nun Fan, Sammler, Künstler oder einfach nur neugierig ist. Und Chrom-Karten in allen Regenbogenfarben – eines dieser Hingabe-Dinge, bei denen man sich fragt, ob Erwachsene doch noch Kinder sind. Robert Pires und Lewis-Skelly waren vor Ort und konnten erleben, wie „Kindheitstraum werden“ manchmal wirklich kein Marketing-Slogan ist. Wie Troschke, ein deutscher Creator, treffend sagte: Irgendwann bist du selbst die Karte, die du als Kind gesucht hast. Verrückt, oder? Die Chrome Gallery von Topps hat das ziemlich charmant in Szene gesetzt.
Sammelkarten wachsen über ihre Rolle als reines Hobby hinaus und werden immer häufiger zu anerkannten Sammlerstücken und Kunstobjekten. Die Londoner 'Chrome Gallery' inszenierte Sammelkarten dieses Jahr als Teil von Pop- und Fankultur und verband sie mit Installationen, exklusivem Design und prominenten Besuchern. Neueste Berichte zeigen außerdem, dass der Markt für Sammlerartikel weiter boomt: Inzwischen sind besonders limitierte Karten bei Auktionen gefragter denn je – etwa erzielte kürzlich eine seltene Messi-Karte einen sechsstelligen Betrag. Außerdem sorgen Kooperationsprojekte zwischen Künstler:innen und Herstellern für zusätzliche Aufmerksamkeit, wie die Einbindung neuer digitaler Technologien zur Fälschungssicherheit oder innovative NFT-Konzepte. Die Ausstellung verdeutlichte die kulturelle Mischung aus digitaler, sportlicher und künstlerischer Sammlerkultur und inspirierte weitere Projekte, bei denen Sammelkarten als Zeitdokumente und kreative Plattformen inszeniert werden.