Manchmal frage ich mich, wann Geschichten über bewaffnete Konflikte mitten in Berlin ihren Reiz verlieren – aber das ist vielleicht die falsche Herangehensweise. RBB zufolge wurde ein 22-Jähriger auf der Graefestraße angeschossen und schwer verletzt, schon wieder übrigens. Die Polizei rückte massiv an, riegelte das Areal um Graefe- und Böckhstraße großflächig ab, aber von den Schützen fehlt bislang jede Spur – klassisches Bild: Tat, Blaulicht, dann Unsicherheit. Bedenklich ist, wie sich solche Vorfälle in der Gegend zu häufen scheinen: Erst der Fall im März, als zwei Männer einen jungen Passanten niederstreckten und flüchteten. Im Mai dann die nächsten – ein anonymer Rollerfahrer eröffnet das Feuer auf einen PKW. Als wäre das noch nicht genug, folgte gleich darauf ein Schusswechsel in der Urbanstraße Richtung Hermannplatz und noch einer bei einem Lokal in Reinickendorf. Oftmals bleibt nur eine Spur der Gewalt und der Eindruck, dass sich etwas grundlegend verändert in den Straßen, die man eigentlich zu kennen glaubt. Die Mordkommission der Polizei wühlt sich durch die Fälle – und die Anwohner, naja, stehen ratlos daneben.
In Berlin-Kreuzberg ist am Freitagabend ein 22-Jähriger durch mehrere Schüsse in der Graefestraße verletzt worden; er wurde in eine Klinik gebracht. Die Polizei sperrte das Gebiet massiv ab, bislang gelang den Tätern erneut die Flucht – es ist nicht die erste Tat dieser Art im Graefekiez: Bereits im März und Mai hatte es ähnliche Vorfälle gegeben, bei denen Täter ebenfalls entkamen. Die Berliner Polizei äußerte sich gegenüber mehreren Medien besorgt über die Zunahme bewaffneter Konflikte und betont, dass die Ermittlungen mit Hochdruck laufen, allerdings ist das Motiv weiter unklar und Zeugenaussagen bleiben bisher vage.