Carmen Wegge, Bundestagsabgeordnete und Frontfrau der SPD-Frauen, sagte gegenüber dem Magazin "Focus" offen: "Aus unserer Sicht fehlt im Koalitionsausschuss mindestens noch eine Frau." Die SPD-Frauen würden es ausdrücklich unterstützen, wenn Nina Warken bereit wäre, diese Lücke zu schließen. Warken gilt in der CDU-Fraktion derzeit als prominente Option, um auf Jens Spahn als Vorsitzende zu folgen. Allerdings: Ebenso ist im Gespräch, dass sie das Amt der Kanzleramtsministerin übernimmt, falls Thorsten Frei die Fraktionsspitze erklimmt. Brisanter Nebenaspekt – bei beiden Konstellationen säße Warken in zentralen Koalitionsrunden mit am Tisch. Gerade diese Aussicht gefällt den SPD-Frauen, denn: Der Ruf nach weiblicher Mitbestimmung ist lauter denn je.
Die Forderung der SPD-Frauen, mehr weibliche Führungspersonen in den Koalitionsausschuss zu holen, trifft einen Nerv: Deutschland hinkt bei Frauen in Spitzenfunktionen der Politik weiter hinterher, wie aktuelle Analysen zeigen. Während Nina Warken bislang als relativ parteiintern agierte, wächst nun der politische und mediale Druck auf die CDU, modernere, diversere Strukturen auch in den höchsten Posten zuzulassen. Mit dem Rückzug von Jens Spahn ist das Rennen um die Fraktionsspitze offen – ein Rollenwechsel bei Warken könnte auch symbolisches Gewicht für die gesamte Frauenförderung im Bundestag haben.