Union verteidigt Ehegatten-Splitting gegen Forderungen nach Abschaffung

CDU und CSU weisen die SPD-Forderung nach einem Ende des Ehegatten-Splittings kategorisch zurück.

29.09.25 23:02 Uhr | 219 mal gelesen

CSU-Generalsekretär Martin Huber erklärte in der "Welt", dass seine Partei einer Aufhebung des Ehegatten-Splittings nicht zustimmen werde. Das Steuerverfahren, bei dem das zusammengelegte Einkommen von Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnerschaften geteilt und besteuert wird, führt insbesondere bei ungleichen Einkommen der Partner zu einer niedrigeren Steuerbelastung. Das Splitting steht im Kreuzfeuer der Kritik, weil es vor allem traditionelle Rollenbilder fördert und den Anreiz zur Erwerbsarbeit für den geringer verdienenden Teil – häufig die Frau – schmälert. Laut Huber stelle eine Abschaffung de facto eine Steuererhöhung für Familien dar und schüre Unsicherheit, was extremen politischen Kräften in die Hände spielen könnte. Auch CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler betonte den klaren Kurs der Unionsfraktion: Das Ehegatten-Splitting bleibt erhalten, wie im Grundsatzprogramm verankert. Es handle sich nicht um ein ungerechtfertigtes Privileg, sondern um den gerechten Ausgleich für gegenseitige Unterhaltsverpflichtungen in einer Ehe. Die Regelung wurde bereits vom Bundesverfassungsgericht bestätigt, das forderte, dass gleiches Einkommen unabhängig von der Verteilung zwischen den Partnern gleich besteuert wird. Die Union warnt daher vor SPD-Vorstößen, das Modell abzuschaffen, da Millionen Haushalte finanziell benachteiligt würden.

Das Ehegatten-Splitting ist ein zentrales Element der Familienbesteuerung und sorgt seit Jahrzehnten für kontroverse Debatten. Kritiker argumentieren, das Modell bremse die Erwerbstätigkeit vor allem von Frauen und führe zu einer steuerlichen Benachteiligung alleinstehender Personen, während Befürworter wie die Union betonen, dass es der gegenseitigen Absicherung in einer Ehe gerecht werde und Stabilität für Familien schaffe. Die Diskussion hat durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zusätzlich an Gewicht gewonnen, da das Gericht die Gleichbehandlung bei der Besteuerung fordert. In der aktuellen politischen Debatte sehen CDU und CSU darin keinen Änderungsbedarf, während die SPD für umfassende Reformen plädiert, um steuerliche Gerechtigkeit auch für andere Familienmodelle herzustellen. Neueste Berichte anderer Medien zeigen, dass die Debatte um die Modernisierung des Steuersystems viele politische Lager spaltet, wobei der Fokus zunehmend auf Gleichstellung, Kinderförderung und flexible Familienmodelle gelenkt wird.

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