Wagenknecht weist AfD-Offerte in Thüringen brüsk zurück

Sahra Wagenknecht, Gründerin des BSW, hat das überraschende Angebot von Björn Höcke, sie mit AfD-Stimmen zur Ministerpräsidentin Thüringens machen zu wollen, entschieden zurückgewiesen.

heute 13:22 Uhr | 2 mal gelesen

Wie die 'Welt' berichtet, hat Wagenknecht ein markantes Statement abgegeben: 'Das Amt des Ministerpräsidenten ist kein Wanderpokal, den Herr Höcke nach Lust und Laune vergeben kann.' Sie kritisierte zwar auch Mario Voigt (CDU), dem nach der Plagiatsaffäre das Vertrauen ihrer Partei fehle, aber der Vorschlag von Höcke sei für sie völlig unglaubwürdig. Die BSW-Landesgruppe im Thüringer Landtag stehe ohnehin dem Bundesvorstand skeptisch gegenüber und würde sie kaum wählen – das wisse auch Höcke, so Wagenknecht. Sie betonte, dass ein parteiloses, lokal verankertes Regierungsoberhaupt gefragt sei, keine Symbolpolitik. Sie selbst habe ja nur ihre Kindheit in Thüringen verbracht. 'Höcke macht letztlich bloß das, was die etablierten Parteien auch tun: taktisches Manövrieren statt echter Problembewältigung.' Das BSW wolle dem populistischen Zirkus und den unklaren 'Brandmauern' etwas anderes entgegensetzen. Wagenknecht zeigte sich aber offen für Gespräche über einen unabhängigen Ministerpräsidenten – und zwar mit allen Parteien inklusive AfD, explizit auch in Sachsen-Anhalt. Außerdem legte sie einen Vorschlag auf den Tisch: ein öffentliches Streitgespräch mit Höcke auf neutralem Boden, moderiert von einer unparteiischen Person. 'Gerade dabei könnten wir über zentrale Zukunftsthemen sprechen – von Bildungsfragen, Wirtschaftsproblemen bis hin zu rechtspopulistischen Strategien innerhalb der AfD und Höckes Unterstützung für deren transatlantischen Flügel.'

Der Politstreit um die Nachfolge des Ministerpräsidenten in Thüringen gewinnt an Schärfe. Während Björn Höcke (AfD) mit seinem Angebot an Sahra Wagenknecht das politische Parkett aufmischt, setzt diese auf Distanz und leitet die Debatte stattdessen auf einen überparteilichen, vor Ort verwurzelten Kandidaten um. Die aktuelle Debatte spiegelt die angespannte Lage in Thüringen wider, wo keine Partei mit einer stabilen Mehrheit regieren kann und Vertrauensverlust bei den Wählern offensichtlich ist. Jüngste Recherchen zeigen, dass die AfD und das BSW derzeit massiv um die Deutungshoheit kämpfen, wobei Wagenknecht der AfD Effekthascherei und fehlende Lösungsansätze vorwirft. Darüber hinaus sprechen sich mehrere Kommentatoren dafür aus, in ostdeutschen Ländern einen pragmatischeren Umgang mit neuen politischen Formationen zu suchen, weil hergebrachte Abgrenzungen und 'Brandmauern' offenkundig erodieren.

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