Am Dienstag ging die Bundesanwaltschaft entschlossen gegen mutmaßliche Mitglieder der sogenannten „Brigade N‘Hamedu Deutschland“ vor und ließ zwei Beschuldigte festnehmen – einer kam aus dem Raum Saarbrücken, der andere aus Stuttgart. Interessant daran: Diese Gruppierung ist mutmaßlich nicht nur im Herzen Deutschlands, sondern auch international bestens vernetzt.
Harte Vorwürfe und erste Details
Bei den Festgenommenen handelt es sich um Merhawi A., einen eritreischen Staatsangehörigen, sowie Shimangus T., der aus Deutschland stammt. Beiden wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen – und Merhawi A. auch noch zweifacher Landfriedensbruch, so der aktuelle Stand der Ermittlungen.
Hintergründe zur Organisation
Laut Angaben der Staatsanwaltschaft Karlsruhe wurde die Organisation „Brigade N‘Hamedu Deutschland“ erst im August 2022 gegründet. Das erklärte Ziel: den Machtapparat in Eritrea zu stürzen. Wie verwurzelt dieses Anliegen ist, zeigt sich daran, dass die Gruppe nicht im luftleeren Raum operiert, sondern in Netzwerken, die bis über die Grenzen Deutschlands hinausreichen.
Nach den bisherigen Ermittlungsdaten hat die Gruppierung gezielt Unterstützer der eritreischen Regierung sowie deren Strukturen in Deutschland attackiert. Bei Auseinandersetzungen – zum Teil bei Veranstaltungen – wurden nicht nur Regierungsanhänger, sondern auch Polizeikräfte verletzt. Die Situation war oft brisant, die Stimmung aufgeheizt.
Strukturen, Pläne und Ausblick
Merhawi A. soll der Gruppe schon im Gründungsmonat beigetreten sein und gut ein halbes Jahr später Generalsekretär geworden sein. Sein mutmaßlicher Mitstreiter, Shimangus T., stieß im November 2022 dazu und soll direkt eine führende Rolle übernommen haben: Erster Vorsitzender.
Beide – so die Einschätzung der Bundesanwaltschaft – waren offenbar entscheidend daran beteiligt, die innere Struktur und gewaltsame Aktionen der Vereinigung zu planen und umzusetzen. Ob und wie die Haft vollzogen wird, sollte am Dienstag der Bundesgerichtshof klären.
Die Bundesanwaltschaft hat diese Woche zwei mutmaßlich führende Mitglieder der Eritreer-Gruppe „Brigade N‘Hamedu Deutschland“ festnehmen lassen. Die Gruppe, deren erklärtes Ziel der Sturz der Regierung in Eritrea ist, soll nicht nur politische Gegner, sondern auch Polizeikräfte bei öffentlichen Versammlungen in Deutschland attackiert haben. Zwei Männer – ein Deutscher und ein Eritreer – sind zentrale Figuren der Organisation, und den Ermittlern zufolge maßgeblich mitverantwortlich für den Aufbau sowie für die Planung von Gewalttaten mit teils internationaler Vernetzung. Ergänzende Recherche ergab: In den letzten 48 Stunden berichteten mehrere Medien auch über eskalierende Gewalt zwischen rivalisierenden Gruppen unter Exil-Eritreern und zunehmend kritische Stimmen zu Sicherheitsmaßnahmen bei entsprechenden Demonstrationen. Die Diskussion dreht sich nicht zuletzt um die Herausforderungen für Polizei und Justiz, grenzüberschreitende Konflikte innerhalb von Diasporagemeinden in den Griff zu bekommen. Zudem steht bereits im Raum, dass Behörden künftig stärker international kooperieren könnten, um Gewalt und Einflussnahme von Gruppierungen mit politischer Agenda effektiver einzudämmen.