Labour-Chef Andy Burnham ist der neue britische Regierungschef. Sein Vorgänger, Keir Starmer, trat nach den enttäuschenden Wahlergebnissen der Labour-Partei zurück – eigentlich hatte er sie erst 2019 aus dem Schlamassel geholt, aber in der letzten Zeit bröckelten die Umfragewerte zusehends. In einer letzten Ansprache vor der berühmten Tür von 10 Downing Street blickte Starmer zurück auf seine Zeit an der Parteispitze. Nach eigener Einschätzung hatte er Labour aus ihrer tiefsten Krise zurück in die Erfolgsspur geführt und jüngst einen beachtlichen Wahlsieg eingefahren – aber manchmal ist das nicht genug. Nach der offiziellen Rücktrittsverabschiedung bei König Charles III. bat der Monarch Burnham um die Bildung einer neuen Regierung. Interessanterweise ist Burnham damit der siebte Premier in nur zehn Jahren – eine Fluktuation, die fast schon an die Stühle in einer schlechten Schulklasse erinnert. Bis vor kurzem noch in Manchester als Bürgermeister unterwegs, hat Burnham jetzt die Schlüssel zum mächtigsten Amt des Landes.
Andy Burnham wurde am Montag als neuer Premierminister Großbritanniens vereidigt, nachdem Keir Starmer sein Amt aufgegeben hatte. Burnham, vorher Bürgermeister von Greater Manchester, gilt als pragmatisch und sozial engagiert, was sich bereits während seiner Amtszeit im Norden Englands zeigte. Seine Regierung steht vor großen Herausforderungen wie dem wirtschaftlichen Wiederaufbau, einem angeschlagenen Gesundheitssystem (NHS) und der Bewältigung sozialer Ungleichheit.
Blickt man aktuell in die britischen Medien, wird vielfach betont, dass Burnham die Labour-Partei einen und gleichzeitig modernisieren muss, um den politischen und gesellschaftlichen Spagat zwischen wirtschaftlicher Vernunft und sozialem Ausgleich zu schaffen. Ein großes Thema ist zudem die Frage nach einer neuen, partnerschaftlichen Beziehung zur EU, die durch die Brexit-Entscheidung weiter angespannt ist. Burnham will sich—laut eigenen Angaben—zunächst auf die Themen Wohnen, Energieversorgung und Klimaschutz konzentrieren.