Mit Blick auf die gerade gestartete Konsultationsrunde zum sogenannten Netzpaket meldet sich der Vorstandsvorsitzende der Thüga, Dr. Constantin H. Alsheimer, zu Wort:
„Die Vergabe von Netzanschlüssen sollte nicht einfach nach dem Motto 'Wer zuerst kommt, mahlt zuerst' erfolgen – das greift zu kurz. Stattdessen brauchen Netzbetreiber mehr Flexibilität, um Anfragen vor allem im Sinne des gesamten Systems und der Netzstabilität zu priorisieren. Bloßes Abwickeln nach Posteingang kann wichtige Netzinvestitionen ausbremsen und Engpässe sogar verschärfen. Wir brauchen jetzt endlich einen klaren, transparenten und überall geltenden Ordnungsrahmen für alle Beteiligten.“
Auch zur geplanten Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) legt Alsheimer nach:
„Mehr Wettbewerb bei Ökostrom? Das ist nur konsequent. Durch bessere Direktvermarktung und flexible Anreizsysteme können wir das Zusammenspiel von Ausbau, Effizienz und Verantwortungsbewusstsein gezielter steuern. Am Ende entscheidet die konkrete Umsetzung: Neue Modelle wie zweiseitige Differenzverträge müssen für die Unternehmen handhabbar bleiben – bürokratische Monster helfen niemandem. Förderpolitik, Netzausbau und der Strommarkt sollten künftig als Einheit gedacht und gestaltet werden. Nur so entstehen stabile und faire Grundlagen für die Energiewende.“
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Dr. Detlef Hug
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Quelle: Thüga AG via news aktuell
Thüga fordert eine echte Neuordnung beim Netzausbau und der Förderung erneuerbarer Energien. Nach Auffassung von Dr. Alsheimer sollte man nicht mehr nur der Reihenfolge der Anschlussanträge folgen, sondern systemische Kriterien in den Mittelpunkt rücken – und das auf transparente und bundesweit einheitliche Weise. Die Reform des EEG begrüßt er grundsätzlich, sieht bei der konkreten Ausgestaltung von Direktvermarktung und flexiblen Förderinstrumenten aber noch Stolpersteine: Sie dürfen weder zu viel Bürokratie schaffen noch an der Praxis scheitern. Darüber hinaus ist die Debatte rund um das Netzpaket und das EEG aktuell sehr dynamisch: Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" sorgen vor allem unklare Verantwortlichkeiten und schleppende Bürokratie für Verzögerungen beim Netzausbau – der Strommarkt hinkt den tatsächlichen Energiebedürfnissen weit hinterher. In anderen Medien wird auch kritisiert, dass eine stärkere Integration regionaler Besonderheiten nötig sei. Hinzu kommt, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien noch immer zu sehr von kurzfristigen Förderprogrammen abhängt statt von langfristig verlässlichen Rahmenbedingungen. Diese Diskussionen zeigen, wie sehr die Umsetzung der Energiewende auf der Kippe steht und dass verbindliche, handhabbare Regeln dringend gebraucht werden.