Spaltung statt Schulterschluss?
Schon der Tonfall der letzten Tage war bezeichnend, wenn nicht alarmierend. Roloff, der sonst selten durch impulsive Ausbrüche auffällt, stellt klar: So, wie es zuletzt gelaufen ist – mit Attacken aus der Union direkt nach ganz oben –, kann man eigentlich kaum bis gar nicht konstruktiv arbeiten.Kreide fressen hilft nicht weiter
Obwohl der Vorwurf „Angriffe auf Bas kamen von der CDU-Führung“ vielleicht ein wenig generisch klingt, steckt dahinter mehr als die üblichen Scharmützel. Beide Lager scheinen sich zurückzuziehen, Rechte abzustecken – dabei wäre jetzt dringend Teamplay gefragt. Roloff im „Handelsblatt“: Die Chancen auf ein blühendes Miteinander? Eher mau, wenn sich jeder lieber öffentlich ausmeckert.Führungskrise als Brennglas
Mit dem Personalwechsel an der SPD-Spitze kommen beide Parteien unter Zugzwang, sich neu zu sortieren – und, so Roloff etwas mahnend, künftig weniger in der Öffentlichkeit zu fuchteln. Nach außen getragene Streitereien zeigen nach seiner Ansicht nicht nur unterschiedliche Positionen, sie beschwören auch die Gefahr, die ohnehin fragile Regierungsfähigkeit weiter zu untergraben.Koalitionsgefährdung auf offener Bühne
Wirklich auffällig: Es geht längst nicht nur um Namen. Konflikte brodeln an mehreren Fronten: Sei's in Berlin um potenzielle linke Bündnisse oder bei der CDU, die sich nach Wahlschlappen neu aufstellen muss. SPD, Grüne, Union – alle stehen vor derselben Frage: Setzt man auf Harmonie oder auf Angriff?Auch im Schatten des Bas-Rücktritts bleibt das Hauptproblem: Ohne mehr gegenseitige Abstimmung und weniger öffentlichem Gezanke droht der Koalition eine Pattsituation. Kurzum: Entweder gelingt der Drahtseilakt, oder es kracht gewaltig.