Betriebsrat von Siemens übt deutliche Kritik am Kaeser-Umbau

Tobias Bäumler, der Chef des Siemens-Gesamtbetriebsrats, spart nicht mit Worten: Die unter Joe Kaeser erfolgten Spaltungen großer Unternehmensteile hätten dem Konzern und den Beschäftigten geschadet.

heute 01:02 Uhr | 1 mal gelesen

Bäumler gab der 'Welt am Sonntag' deutlich zu verstehen, dass die Abspaltung von Siemens Healthineers und Siemens Energy unter Kaeser aus Sicht der Angestellten ein Fehler war. Rückblickend, sagt er, liefen beide Firmen nach ihrer Loslösung stark – doch Siemens als Gesamtkonstrukt habe dadurch an Wert verloren. Das Grundsätzliche, was Kaeser in den Jahren zwischen 2018 und 2020 veränderte, habe die gesamte Ausrichtung des Konzerns nachhaltig geprägt: mehr Fokussierung, aber auch Zersplitterung. Ironischerweise ist Kaeser nun ausgerechnet Aufsichtsratschef bei Siemens Energy, das an der Börse zuletzt zu den Gewinnern zählt.

Während Bäumler den aktuellen Wandel unter dem jetzigen Vorstandschef Roland Busch positiver sieht, mischt sich dennoch Sorge und kritische Wachsamkeit dazu. Früher war der Umbau – so Bäumler – reine Zahlen- und Margenakrobatik, kaum mitgedacht war der Mensch hinter den Kennzahlen. Heute sieht Bäumler eine andere Linie, einen Wechsel zum Technologieunternehmen, mit Bewegungen Richtung KI und Digitalisierung.

Allerdings, das gestand er im Gespräch ein, stehe Siemens dabei nun vor der Mammutaufgabe, Silos aufzubrechen und verschiedene Unternehmensbereiche besser zu vernetzen. Konzerne wie Amazon hätten diese Homogenität längst, Siemens hingegen, mit fast zwei Jahrhunderten Geschichte, kämpft immer noch mit alten Strukturen. Für Beschäftigte bedeutet der Wandel einen echten Kraftakt – aber auch eine mögliche Zukunftschance, sollte die 'Power der KI' sinnvoll entfesselt werden.

Bäumler macht klar: Die Transparenz in der Umsetzung sei das A und O. Bislang habe das Management offen mit dem Betriebsrat kommuniziert. Nun erwarte man die gleiche Transparenz und Ehrlichkeit auch gegenüber den Angestellten – denn je informierter diese seien, desto eher könnten sie den Weg mitgehen.

Der Betriebsratsvorsitzende von Siemens, Tobias Bäumler, übt scharfe Kritik an den Konzernumbauten unter Ex-CEO Joe Kaeser und sieht die daraus hervorgegangenen Abspaltungen als Fehler. Während Siemens Healthineers und Siemens Energy nach außen zwar erfolgreich sind, habe das Mutterhaus an Wert eingebüßt, so Bäumler, der aktuellen Kurs unter CEO Roland Busch jedoch für zukunftsorientierter und technologiebasierter hält. Laut aktuellen Berichten in großen deutschen Medien wie taz und FAZ setzt Siemens sich verstärkt mit Künstlicher Intelligenz, Digitalisierungsinitiativen und der Restrukturierung seiner Konzernstrukturen auseinander – Themen, die Branchenkenner weiterhin zwiegespalten kommentieren. Siemens Energy verzeichnet trotz Herausforderungen zuletzt positive Geschäftszahlen, während die organisatorische Integration alter und neuer Unternehmenskulturen ein fortwährender Balanceakt bleibt. Gleichzeitig berichten weitere Quellen, dass der Betriebsrat ein hohes Maß an Transparenz und Mitsprache erwartet, um auch in stürmischen Zeiten das Vertrauen der Belegschaft nicht zu verlieren.

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