Brosius-Gersdorf bleibt Stimme in der Öffentlichkeit – trotz Rückschlag

Nach ihrem geplatzten Anlauf auf einen Posten am Bundesverfassungsgericht sieht die Verfassungsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf keinen Grund, sich aus den gesellschaftlichen Diskussionen zurückzuziehen – im Gegenteil.

heute 14:44 Uhr | 2 mal gelesen

„Die Wissenschaft, das Schreiben und Lehren – das alles habe ich wieder ganz für mich,“ erzählt Frauke Brosius-Gersdorf, Professorin aus Potsdam, im Gespräch mit dem 'Spiegel'. Sie betont, dass sie weiterhin aktiv bleiben und Verbesserungsvorschläge für das Rechtssystem in öffentliche Debatten einbringen will. Für sie als Juristin sei es geradezu Verpflichtung, Erkenntnisse und Blickwinkel auch außerhalb der Universität zu teilen. Besonders die Diskussionen etwa über Leihmutterschaft faszinierten sie – in solchen Fragen könne und wolle sie den Diskurs mitgestalten. Es schwankte dabei aber auch ein unterschwelliger Trotz mit: „Jetzt doch erst recht“, sagt sie – gerade, weil einige Kritiker*innen wohl gehofft hätten, sie würde nach der missglückten Wahl von der Bildfläche verschwinden. Viele Eltern hätten sie damals angesprochen, ob sie ihren Töchtern empfehlen müssten, lieber still zu sein. „Ganz im Gegenteil!“, kontert Brosius-Gersdorf. „Wer schweigt, ändert nichts an Verhältnissen – erst recht nicht am Umgang mit Frauen, die für ihre Haltung öffentlich einstehen.“ Ob sie noch mal für ein Richteramt kandidiert? Für sie hat sich die Frage erledigt: „Das Kapitel ist abgeschlossen.“

Frauke Brosius-Gersdorf, anerkannte Rechtswissenschaftlerin, bleibt trotz ihrer erfolglosen Kandidatur für das Bundesverfassungsgericht eine prägende Stimme in gesellschaftlichen Debatten. Ihr Engagement für Transparenz und Gleichberechtigung – insbesondere im Umgang mit weiblichen Akteuren im öffentlichen Raum – ist für sie persönliches Prinzip und motivierende Konsequenz aus dem erlebten Rückschlag. In aktuellen Nachrichten und Kommentaren wird ihre Haltung als Beispiel für Zivilcourage und den anhaltenden Bedarf an unabhängigen Stimmen im Rechtsdiskurs gewertet. Brosius-Gersdorf steht insbesondere für liberale Ansätze zur Familienpolitik und Gleichstellung – eine Position, die angesichts laufender Debatten um Themen wie Leihmutterschaft weiter an Bedeutung gewinnt. Experten auf Zeit Online und in der Süddeutschen Zeitung sehen im öffentlichen Engagement solcher Persönlichkeiten einen wichtigen Baustein für gesellschaftlichen Fortschritt und offene Diskurse.

Schlagwort aus diesem Artikel