Investitionsgelder tröpfeln kaum bei Planungsbüros an

Obwohl der milliardenschwere Investitionstopf für Infrastruktur und Klimaprojekte bereitsteht, kommt davon bei Ingenieur- und Architekturbüros bislang nur wenig an.

heute 14:44 Uhr | 2 mal gelesen

Es klingt wie das übliche Politik-Mantra: Große Summen werden für bessere Straßen und Klimaschutz frei gemacht, aber bei denjenigen, die die Projekte eigentlich umsetzen sollen – sprich Ingenieur- und Architekturbüros – herrscht eher Ebbe als Flut. Laut einer aktuellen, recht breit angelegten Umfrage unter 4.900 Büros (initiiert von mehreren Verbänden und Kammern), werden die erwarteten Investitionsmilliarden aus dem sogenannten 'Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität' vielfach gar nicht in den Auftragsbüchern sichtbar. Hälfte der Beteiligten rechnet kurzfristig mit Stagnation, knapp ein Drittel mit weniger Arbeit – eine eher nüchterne Aussicht, die nicht zum Jubel einlädt. Besonders prekär zeigt sich die Lage in kleinen Büros mit unter zehn Köpfen: Hier dominiert Zukunftsskepsis, jeder Zwanzigste denkt sogar ans Aufgeben, weitere 14 Prozent wissen nicht so recht weiter. Komisch, dass der versprochene Geldregen ausgerechnet an den Wurzeln der Bau- und Infrastrukturbranche vorbeizieht. Architekten trifft es derzeit härter als Ingenieure – offenbar, weil private Auftraggeber öfter abspringen, während die öffentliche Hand zwar ankündigt, aber selten liefert. Interessant (wenn auch ernüchternd): Von den vermeintlichen Erleichterungen bei Planungs- und Genehmigungsverfahren spüren die Planer nicht viel. Bürokratie bleibt das Top-Ärgernis, dicht gefolgt von Konjunkturflaute, Ärger mit Abläufen, dürftigen Honoraren und teurem Material. VBI-Präsident Thiele bringt das Dilemma auf den Punkt: Ohne echte zusätzliche Gelder bleibt der Sanierungswille bloßes Lippenbekenntnis – stattdessen werden Mittel eher umetikettiert als wirklich aufgestockt. Kurzum: Papier ist geduldig, Konten der Planer eher nicht.

Deutschland versucht, mit dem umstrittenen 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen gleich zwei Baustellen anzugehen: den Investitionsrückstand in Infrastruktur und den Umbau Richtung Klimaneutralität. Doch schnelle Effekte bleiben aus – Umfragen zeigen, dass gerade kleine und mittlere Planungsbüros kaum neue Impulse spüren und häufig mit wirtschaftlichen Sorgen kämpfen. Laut unterschiedlichen Medienberichten verlangt die Branche mehr Transparenz und echte Zusätzlichkeit bei den Finanzmitteln, denn aktuell verschiebt der Staat teils bloß Haushaltstöpfe statt spürbar neu zu investieren. Parallel mehren sich Stimmen, dass Planungsprozesse weiter vereinfacht werden müssten und der Modernisierungsturbo droht, in der Bürokratie zu versanden. Die Gewerkschaften und Branchenverbände fordern mehr Planungssicherheit und gezielte Hilfen –, doch die Bundesregierung, so heißt es bei der FAZ, hat hier noch viele offene Hausaufgaben.

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