Collien Fernandes drängt auf echten Wandel nach Protesten gegen digitale Gewalt

Nach Protesten gegen digitale Gewalt an Frauen besteht Collien Fernandes, Schauspielerin und Moderatorin, auf umfassende Veränderungen in der Gesellschaft. Sie fordert Betroffene dringend auf, offen über ihre Erlebnisse zu sprechen und sich gegenseitig Rückhalt zu geben.

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Digitale Gewalt gegen Frauen macht immer wieder Schlagzeilen – und diesmal hatte Collien Fernandes das Wort. Nach mehreren Protestveranstaltungen greift sie nun energisch ein: Sie sagt klar, dass dieses Thema nicht wieder in Vergessenheit geraten darf. Das klingt vielleicht wie eine Wiederholung, aber anscheinend braucht es sie immer wieder.

Reaktionen und ein Déjà-vu

Was Fernandes besonders umtreibt, sind die Reaktionen vieler Männer. Sie spricht von echten Irritationen: Manche, so berichtet sie, fürchten vor allem, fälschlich beschuldigt zu werden. Und anstatt sich mit den Erlebnissen der Frauen auseinanderzusetzen, schieben sie reflexartig ein „Nicht alle Männer!“ vor sich her – ein Abwehrmechanismus, den man beinahe überall beobachten kann. Fernandes stört zudem, wie schnell Frauen, die offen über Misstände sprechen, in die Ecke der „Männerfeindlichkeit“ gedrängt werden. Dabei fordert sie ausdrücklich keine Generalverurteilung, sondern schlicht Anerkennung der Fakten und Gerechtigkeit.

Ermutigung für betroffene Frauen

Viel zu oft, das weiß Fernandes, schweigen Betroffene aus Angst oder Scham. Ihr Aufruf ist emotional und direkt: Sie fordert Frauen – nicht zum ersten Mal – dazu auf, ihre Geschichten zu erzählen, ganz gleich, ob ihnen sofort geglaubt wird. Der Austausch mit anderen, in Freundeskreisen oder Selbsthilfegruppen, könne dabei entlasten und zeigen, dass man mit solchen Erfahrungen leider selten allein ist. Es ist eine Art Alltagsmut, den sie da propagiert.

Digitale Gewalt – das wird in der aktuellen Welle gesellschaftlicher Aufmerksamkeit immer klarer – bedeutet mehr als nur böse Nachrichten. Sie reicht von Kontrolle und Überwachung bis hin zur Veröffentlichung persönlicher Informationen und gezieltem Mobbing im Netz. Für viele Frauen ist das trauriger Alltag.

Digitale und häusliche Gewalt – zwei Seiten einer Medaille

Interessant (und beängstigend zugleich): Immer mehr Fachleute sehen digitale Gewalt nicht isoliert, sondern als logische Fortsetzung häuslicher oder sexueller Übergriffe. Täter nutzen das Netz, um Macht auszuweiten und Betroffene noch stärker unter Druck zu setzen. Aussteigen, so die Stimmen aus Psychologie und Beratung, wird dadurch nahezu unmöglich. In Beratungsstellen, bei der Polizei oder auch in der medizinischen Versorgung wird inzwischen empfohlen, auch nach Formen digitaler Gewalt gezielt zu fragen. Fernandes' Appell ist also gut verankert in dem, was Experten längst empfehlen: Offen reden, sich verbinden – das kann helfen, aus der Unsichtbarkeit herauszutreten.

Gesellschaft am Wendepunkt?

Die Diskussion, so Collien Fernandes, muss sich endlich mehr den Erfahrungen und Bedürfnissen von Betroffenen widmen – nicht den Empfindlichkeiten derjenigen, die sich verteidigen wollen. Gesellschaftlicher Wandel entsteht selten über Nacht, aber Protestaktionen und Aktionstage zeigen: Die Zeit für eine offene Debatte ist reif. Damit etwas wirklich bleibt, muss das Thema allerdings tiefer in Schule, Justiz und Medien verankert werden. Es bleibt viel zu tun.

Starke Stimmen gegen das Schweigen

Collien Fernandes bringt das Thema digitale Gewalt an Frauen erneut ins Rampenlicht und unterstreicht, dass es dabei nicht nur um Einzelfälle geht. Ihr Apell, über Gewalt zu sprechen und sich zu vernetzen, passt zu aktuellen Empfehlungen von Fachleuten, die betonen: Betroffene brauchen Austausch und gezielte Unterstützung.

Mehrzahl der Frauen betroffen

Laut einer neuen repräsentativen Umfrage von Plan International Deutschland (taz.de), die just veröffentlicht wurde, erlebt jede dritte junge Frau digitale Übergriffe im Netz, darunter etwa Bedrohungen, Bloßstellung oder virtuelle Kontrolle. In der Berichterstattung der FAZ wird der Zusammenhang von digitaler und häuslicher Gewalt besonders betont, auch weil immer mehr Straftaten aus dem digitalen Raum auf den Alltag überschwappen. Zugleich weisen mehrere Stellen auf rechtliche Lücken und eine zu geringe Sensibilisierung in Polizei und Justiz hin, was die Durchsetzbarkeit von Schutzmaßnahmen deutlich erschwert.

Politik und Justiz unter Druck

Forderungen nach klareren Regeln und besserem Opferschutz werden lauter, etwa in den Artikeln der SZ oder Zeit. Neben Beratungsangeboten und Präventionsarbeit fordert die Politik verstärkt eine Nachbesserung beim Strafrecht und eine bessere digitale Bildung. Das Thema bleibt in Bewegung, auch weil Proteste und Prominente wie Fernandes den Handlungsdruck erhöhen. Quelle: taz, Quelle: FAZ, Quelle: Zeit

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