Die Kugeln sind gefallen – und Borussia Dortmund zieht für die zweite Runde des DFB-Pokals ein Heimspiel gegen den alten Rivalen Werder Bremen. Solche Auslosungsmomente haben immer einen Hauch von Nostalgie, aber auch Sport-Vulkan unter der Oberfläche.
Zuschauer-Magneten und Pokal-Launen
Beim FC Bayern München geht’s gleich mal ins Stadion des 1. FC Magdeburg – ein Erstliga-Riese auf ungewohntem Terrain. Schalke, zuletzt noch halb am Abgrund gegen Halle, muss nun bei Dynamo Dresden ran, was nicht nur auf dem Papier Zündstoff verspricht. Man ahnt es: Die Partien am 27. und 28. Oktober werden mehr als ein Pflichttermin.
Klein gegen Groß – Ein ständiger Poker
Einige Bundesligisten dürfen sich schon mal auf unbequeme Pflichtreisen einstellen: Augsburg reist zur SG Sonnenhof Großaspach, Hertha BSC muss nach Jeddeloh II, Leipzig stolpert ins Ruhrgebiet zu Essen. Kleine Klubs wittern da ihre ganz persönliche faustische Chance im Scheinwerferlicht – und manchmal geht das Märchen eben doch auf.
Duelle auf Augenhöhe (zumindest fast)
Es gibt aber nicht nur das übliche Pokalspiel-Korsett aus "David gegen Goliath". Köln misst sich mit Union, Bochum mit Mainz – dabei könnte genauso gut der Wind drehen. Auch spannende Paarungen wie HSV gegen Frankfurt oder Gladbach vs. Karlsruhe versprechen Geschichten, egal ob sportlich wild oder einfach nur kurios.
Wenn Tradition auf Ehrgeiz trifft
Klassiker gibt’s natürlich auch: Hannover empfängt Lautern – könnte ein lauter Abend werden. Leverkusen spielt gegen Nürnberg, während Paderborn Stuttgart herausfordert, irgendwo zwischen Aufbruch und alter Schule. Elversberg gegen Darmstadt komplettiert das bunte Tableau, bei dem so mancher auf seine große 90-Minuten-Chance brennt.
Eine zweite Pokalrunde ist im deutschen Fußballkalender immer so etwas wie das erste richtige Kribbeln: Wer überlebt, hat nicht selten einen Lauf bis zum Winter hingelegt. Dortmunds Heimduell gegen Bremen sticht heraus – eine Paarung, die sportlich knistert und Erinnerungen an legendäre Pokalnächte wachkitzelt.
Brisanz auf dem Rasen – und am Spielfeldrand
Für den BVB ist das Spiel gegen die Nordlichter mehr als nur Routine. Die Vergangenheit lehrt: Werder kann jeden Großen mal ausknipsen, besonders dann, wenn keiner damit rechnet. Und Bremen, mit Rückenwind oder einfach Wut im Bauch, will sich auf der ganz großen Bühne rehablitieren.
Bayern fährt als klarer Favorit nach Magdeburg, aber Pokal-Abende bringen den Spielplan regelmäßig aus dem Takt. Schalke bekommt mit Dresden nicht gerade einen Selbstläufer, eher das Gegenteil – die Atmosphäre dort gleicht meistens einer Mischung aus Volksfest und Hexenkessel.
Die Hoffnung lebt – Pokalwahnsinn vorprogrammiert
Kein anderer Wettbewerb macht so deutlich: Im Pokal kann fast jeder jedem ein Bein stellen. Ob Großaspach oder Jeddeloh auf einmal durchs Fernsehbild tanzen – das sind die Märchen, die der Cup liebend gern schreibt. Herbstzeit ist Pokalzeit sorgt mit den Ansetzungen Ende Oktober für Frischluft in eintönigen Liga-Wochen – und meist auch für mindestens eine Schlagzeile, die so niemand vorhersehen konnte.
Die zweite Runde des DFB-Pokals liefert traditionell einen bunten Mix aus Top-Duellen und Außenseiterchancen. Das Highlight ist wohl Dortmund gegen Bremen – ein Match mit viel Vergangenheit und der Möglichkeit zur Überraschung. Aber die Paarungen der Bundesligisten gegen unterklassige Teams, wie Augsburg versus Großaspach oder Hertha gegen Jeddeloh II, bieten genau jenen Reiz, warum Fans den Wettbewerb lieben: Alles kann kippen, alles ist offen. Schon 2023/24 kam es im Pokal früh zu Favoritenstürzen und knappen Ausgängen, wie mehrere Medien berichten.
Neueste Entwicklungen: In den letzten beiden Tagen wurde in den Medien besonders über die Formschwäche und Verletzungssorgen einiger Erstligisten berichtet, was den Pokalabend noch weniger berechenbar macht (siehe aktuelle Analysen bei taz.de und sueddeutsche.de). Bayern München reist mit mehreren fraglichen Spielern nach Magdeburg, während Werder Bremen im Liga-Alltag zuletzt Selbstvertrauen getankt hat – beide Faktoren könnten die Dynamik der Runde kräftig beeinflussen.