Dietmar Bartsch: 'Spiegel'-Cover über AfD-Mann Siegmund empört

Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch wirft dem 'Spiegel' journalistisches Fehlverhalten vor – wegen dessen Cover über den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund.

heute 13:59 Uhr | 1 mal gelesen

Auf dem aktuellen Titelblatt des 'Spiegel' prangt der Kopf von Ulrich Siegmund, dem AfD-Kandidaten in Sachsen-Anhalt, im Look eines Fahndungsplakats und darunter die Zeile: 'Der gefährlichste Mann Deutschlands.' Bartsch, der selbst aus den Reihen der Linken stammt und deren Fraktionsvorsitz innehatte, hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg: Solche Titelseiten seien am Ende Wahlwerbung für die AfD. Und das, so Bartsch wörtlich zu 'Welt', wird in Hamburg produziert – fernab vom tatsächlichen politischen Klima in Sachsen-Anhalt. Für ihn ein absolutes Unding. Er erinnert daran, wer für ihn wirklich gefährlich ist: Leute, die bereit sind, anderen bei Demos wie dem Christopher Street Day grausam zu schaden. "Das sind die, vor denen man warnen muss." Dass der 'Spiegel' sich daran beteilige, einen AfD-Politiker auf diese Weise zu inszenieren, hält Bartsch für einen journalistischen Fehltritt erster Güte. Gerade weil Siegmund seiner Ansicht nach zwar laut, aber in Sachen Haushalt und Politik vollkommen kompetenzfrei agiere. Sein Fazit: "Ignorieren ist im Zweifel die beste Antwort."

Im Kern wirft Bartsch dem 'Spiegel' verantwortungslosen Journalismus vor, der AfD-Politiker wie Siegmund durch reißerische Titelblätter zusätzlich aufwertet und ihnen Aufmerksamkeit verschafft. Tatsächlich brodelt seit Erscheinen des Covers die mediale und politische Debatte darum, wie Medien mit rechtspopulistischen Akteuren umgehen sollten – zwischen dem Dilemma, Aufklärung zu leisten und das Spiel mit der Aufmerksamkeit nicht mitzumachen. Hintergründig spiegelt dieser Streit das größere Ringen um die Rolle des Qualitätsjournalismus wider, der im aktuellen Klima immer häufiger mit Vorwürfen des Boulevardismus oder gar einer bewussten Polarisierung konfrontiert wird. Recherchiert man weiter, so ist auffällig, dass unabhängige Medienhäuser in Deutschland intensiv über die wachsende Härte im Umgang mit AfD-Politikern berichten. Zusätzlich wird auch die Frage nach staatlicher Neutralität in der politischen Kommunikation häufiger laut – zum Beispiel im Zusammenhang mit Wahlarenen oder Fernsehdebatten, in denen Populist:innen eine Bühne bekommen. Während Dietmar Bartsch und viele Kolleg:innen die Gefahr sehen, dass Provokation medial belohnt wird, gibt es auch Stimmen, die Transparenz und kritische Öffentlichkeit als Gegenstrategien nennen.

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