Städte und Gemeinden drängen auf langfristige Mittel für besseren Schutz vor Waldbränden

Angesichts wachsender Waldbrandgefahr pocht der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) auf eine grundlegende, dauerhafte finanzielle Unterstützung für Kommunen, um sich gegen die Folgen des Klimawandels besser zu wappnen.

heute 13:46 Uhr | 2 mal gelesen

Der menschengemachte Klimawandel macht sich auch in deutschen Wäldern bemerkbar – und das immer drängender. Ralph Spiegler, Präsident des DStGB, ließ in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ kein Blatt vor den Mund: Es brauche eine grundsätzliche Kehrtwende bei der Waldbrandprävention. Technisch wie strukturell. Die Feuerwehren vor Ort seien mit den steigenden Herausforderungen oftmals überfordert, schlicht weil Ausstattung und Ressourcen fehlen. Tatsächlich übersteigt der nötige Finanzbedarf mittlerweile die finanziellen Möglichkeiten vieler Städte und Gemeinden deutlich. Hier müsse der Staat – sprich Bund und Länder – dauerhaft einspringen, denn es handle sich um eine Aufgabe, die ganz Deutschland betrifft. Eine Verankerung von Klimaschutz und -anpassung im Grundgesetz sei laut Spiegler ein Schritt, um dafür eine verlässliche Basis zu schaffen. Investitionen in Prävention und Anpassung seien schlauer, sagt er, als erst zuzupacken, wenn der Wald schon längst in Flammen steht. Denn dann, das zeigt die Erfahrung, gerät nicht nur die Feuerwehr, sondern auch Bevölkerung und Natur in existenzbedrohende Gefahr. – Und ganz ehrlich, wer nach Australien-Feuern in den Nachrichten glaubt, „wird schon nicht so schlimm sein?“, der war vermutlich noch nie bei Wind und sengender Hitze im märkischen Kiefernwald unterwegs.

Die Forderungen des Städte- und Gemeindebunds stützen sich auf eine alarmierende Entwicklung: Die Zahl von Waldbränden steigt in Deutschland aufgrund längerer Dürreperioden, heißerer Sommer und veränderten Waldstrukturen messbar an. Feuerwehren kritisieren seit Jahren die oftmals veraltete Ausrüstung und den Mangel an spezialisierten Fahrzeugen und Geräten zur effektiven Waldbrandbekämpfung. Laut aktuellen Berichten aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt mussten zuletzt sogar private Landwirte mit ihrer Technik einspringen, um Brände einzudämmen. Der Klimaexperte Prof. Gerhard Berz mahnte zudem jüngst in der Süddeutschen, dass der deutsche Mischwald noch zu anfällig für Hitze bleibt und der Umbau – etwa durch trockenresistentere Arten – sehr viel Zeit und Geld kostet. Wissenschaftler wie Christian Dube vom Deutschen Wetterdienst halten es für wahrscheinlich, dass Extremwetterlagen in Europa zum „neuen Normal“ werden. Diese Themen werden inzwischen öffentlich immer engagierter diskutiert – nicht zuletzt, weil die Flächenbrände teils internationale Dimensionen annehmen. Die Politik ist unter Zugzwang, solide Finanzierungsstrukturen zu schaffen, um Katastrophen vorzubeugen, anstatt bloß zu reagieren.

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