Im Kern kritisiert Jürgen Hardt die radikalen Äußerungen des israelischen Ministers Ben-Gvir scharf und fordert ein klares Zeichen von der EU in Form persönlicher Sanktionen. Dabei geht es vor allem darum, Konsequenz in der Menschenrechtspolitik der EU zu demonstrieren – unabhängig davon, wer betroffen ist. Die Debatte ist Teil einer größeren, auch innerisraelischen Kontroverse über die Zukunft und Zusammensetzung der nächsten Regierung, insbesondere in Bezug auf den Umgang mit Palästinensern und die Rolle extremer Politiker. Die internationalen Reaktionen auf Ben-Gvirs Aussagen zeigen ein wachsendes Unbehagen über einen Kurs, der offene Gewalt befürwortet. Der sich zuspitzende Ton in den Debatten unterstreicht die Bedeutung der nächsten Wahl und stellt erneut die Frage nach den politischen und moralischen Standards in Israels Regierung. Recherche zu aktuellen Zahlen und Stimmen (Stand: Juni 2024) zeigt: Es wächst nicht nur unter Außenpolitikern wie Hardt, sondern auch in Teilen der israelischen Gesellschaft die Sorge, dass der Kurs von Ben-Gvir und Smotrich das internationale Ansehen Israels beschädigt. In Brüssel werden Forderungen nach Sanktionen zwar diskutiert, aber noch halten viele Länder aus Rücksicht auf die Beziehungen zu Israel zurück. Auch in den USA wird die Rolle Ben-Gvirs zunehmend kritisch gesehen, was sich etwa in vorsichtig formulierten, aber deutlich ablehnenden Statements des Außenministeriums zeigt.