Das Bundsministerium der Verteidigung hat die Reaktivierung von fünf ehemaligen militärischen Standorten eingeleitet, um auf den geplanten neuen Wehrdienst vorbereitet zu sein. Dabei wird Wert auf Gespräche mit Kommunen, Eigentümern und anderen Akteuren gelegt, um reibungslose Wiedernutzung und Eigentumsübertragungen zu ermöglichen; die Erfahrungen mit den genannten Ortschaften zeigen, wie umkämpft und oft auch emotional besetzt solche Vorhaben lokal sind. Zugleich besitzen viele der Flächen noch Altlasten oder sind bislang auch zivil genutzt, was zusätzliche Herausforderungen birgt. Im Zuge der aktuellen Sicherheitslage in Europa (Stichwort NATO, Ukrainekrieg) wächst der Druck auf eine schnelle Aufstockung der Ausbildungs- und Unterbringungskapazitäten; laut Medienberichten hat der Generalinspekteur der Bundeswehr klar gemacht, dass eine schnellere Reaktivierung dieser Liegenschaften ausgerechnet jetzt als dringend notwendig betrachtet wird – auch weil der Schutz kritischer Infrastruktur zunehmend im Vordergrund steht. Überdies wurde aus Regierungskreisen verlautbart, dass die gesellschaftliche Debatte über Wehrpflicht und Pflichtdienst weitergeht und die Wiederinbetriebnahme voraussichtlich auch Auswirkungen auf angrenzende Ausbildungsbereiche und die Attraktivität des Dienstes haben wird. Währenddessen werden erste Vorbereitungsmaßnahmen – etwa Sicherungs- und Sanierungsarbeiten auf den Flächen – bereits geplant, um mögliche Verzögerungen zu reduzieren.