Fünf Standorte sollen Rückgrat für neue Wehrdienstpläne bilden

Das Verteidigungsministerium macht Nägel mit Köpfen bei der Standortwahl: Fünf ehemalige Kasernen stehen auf der Liste für die neue Wehrdienst-Initiative – konkrete Schritte zur Nutzung laufen bereits.

heute 11:54 Uhr | 4 mal gelesen

Es geht ans Eingemachte: Die Bundeswehr plant, fünf einstige Kasernen und Militär-Flächen wiederzubeleben – genauer gesagt in Speyer (Kurpfalz-Kaserne), Kusel (Unteroffizier-Krüger-Kaserne), Sigmaringen (Graf-Stauffenberg-Kaserne), Soest (Kanaal-van-Wessem-Kaserne) und Friedberg mit dem alten US-Übungsplatz in Ockstadt. Für Speyer, Kusel und Sigmaringen klopft das Verteidigungsministerium bereits bei lokalen Gemeinden und anderen Beteiligten an, Gespräche laufen – mit dem Ziel, alles ordentlich in Absichtserklärungen zu gießen. In Soest und Friedberg hängt der Gesprächsstart dagegen noch ein bisschen in der Luft, Soest ist für September im Kalender. Klar ist: Die Zeit drängt, wenn die Bundeswehr genug Kapazitäten schaffen will, um junge Leute auszubilden – Stichwort neuer Wehrdienst. Noch steht einiges auf dem Zettel, etwa die notwendigen Landbeschaffungs-Verfahren, die demnächst starten müssen. Alles in allem heißt das: Diese fünf Orte könnten bald wieder mehr als nur Relikte aus alten Bundeswehrzeiten sein.

Das Bundsministerium der Verteidigung hat die Reaktivierung von fünf ehemaligen militärischen Standorten eingeleitet, um auf den geplanten neuen Wehrdienst vorbereitet zu sein. Dabei wird Wert auf Gespräche mit Kommunen, Eigentümern und anderen Akteuren gelegt, um reibungslose Wiedernutzung und Eigentumsübertragungen zu ermöglichen; die Erfahrungen mit den genannten Ortschaften zeigen, wie umkämpft und oft auch emotional besetzt solche Vorhaben lokal sind. Zugleich besitzen viele der Flächen noch Altlasten oder sind bislang auch zivil genutzt, was zusätzliche Herausforderungen birgt. Im Zuge der aktuellen Sicherheitslage in Europa (Stichwort NATO, Ukrainekrieg) wächst der Druck auf eine schnelle Aufstockung der Ausbildungs- und Unterbringungskapazitäten; laut Medienberichten hat der Generalinspekteur der Bundeswehr klar gemacht, dass eine schnellere Reaktivierung dieser Liegenschaften ausgerechnet jetzt als dringend notwendig betrachtet wird – auch weil der Schutz kritischer Infrastruktur zunehmend im Vordergrund steht. Überdies wurde aus Regierungskreisen verlautbart, dass die gesellschaftliche Debatte über Wehrpflicht und Pflichtdienst weitergeht und die Wiederinbetriebnahme voraussichtlich auch Auswirkungen auf angrenzende Ausbildungsbereiche und die Attraktivität des Dienstes haben wird. Währenddessen werden erste Vorbereitungsmaßnahmen – etwa Sicherungs- und Sanierungsarbeiten auf den Flächen – bereits geplant, um mögliche Verzögerungen zu reduzieren.

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