Gasheizungen: Eigentümern droht bald Kostenlawine

Für Vermieter und Wohnungseigentümer wird der Betrieb von Gasheizungen in Deutschland rasant teurer – und zwar schon ab dem nächsten Jahrzehnt.

heute 10:31 Uhr | 3 mal gelesen

Eine aktuelle Auswertung des Beratungsinstituts Prognos, auf die sich der ‚Spiegel‘ beruft, wirbelt die Immobilienbranche ordentlich durcheinander. Die Zahlen sprechen Bände: Wer 2029 eine durchschnittlich gedämmte 80-Quadratmeter-Wohnung mit Gas heizt, muss nach Prognos bereits mit jährlichen Extrakosten von 330 Euro rechnen. Das ist erst der Anfang, denn schon 2035 werden laut Prognose fast 550 Euro fällig, und 2045 schaukelt sich das auf 761 Euro hoch – im Extremfall können es fast 1.200 Euro werden. Noch düsterer sieht’s aus, falls die Wohnung schlecht oder gar nicht gedämmt ist. Diese Prognose versetzt viele Eigentümer und Vermieter in Alarmbereitschaft. Corinna Kodim vom Eigentümerverband Haus & Grund bringt es auf den Punkt: Für viele rechne es sich kaum noch, eine neue Gasheizung überhaupt einzubauen. Sie sieht die Gefahr, dass Eigentümer alte Heizungen möglichst lange weiterlaufen lassen, um sich den teuren Umstieg zu ersparen. Besonders beunruhigend sieht sie auch die Pflicht, sich künftig zur Hälfte an bestimmten Verbrauchskosten der Mieter zu beteiligen – ein nicht zu unterschätzendes finanzielles Risiko. Doch so einfach ist der Ausweg auch wieder nicht: Zwar könnten Wärmepumpen das Problem entschärfen, doch längst nicht jedes Gebäude lässt sich entsprechend umrüsten. Der eigentliche Kostentreiber ist das neue Gesetz zur Gebäudemodernisierung: Es verpflichtet Vermieter, ab 2029 die Hälfte von Netzentgelten, CO₂-Abgaben und Kosten für biogene Brennstoffe zu übernehmen. Bleibt vielen nur ein Ausweg – den Umstieg auf klimafreundlichere Varianten wie Fernwärme oder eben doch die Wärmepumpe, auch wenn diese anfangs spürbar ins Geld gehen.

Der Betrieb von Gasheizungen wird für Vermieter vor allem aufgrund verschärfter politischer Vorgaben immer unwirtschaftlicher. Die jährlichen Zusatzkosten steigen in den nächsten Jahren deutlich, vor allem, weil Vermieter gesetzlich stärker an CO₂-Abgaben und anderen Betriebskosten beteiligt werden. Experten wie Corinna Kodim warnen bereits, dass sich viele Eigentümer das Heizen mit Gas bald kaum noch leisten können – und selbst der Umstieg auf Alternativen wie Wärmepumpen ist nicht für jede Immobilie ein Selbstläufer. Laut Recherchen auf Portalen wie FAZ, taz und Spiegel geht die staatliche Strategie davon aus, dass diese Kostensteigerungen Eigentümer zum Umdenken bringen und sie motivieren sollen, nachhaltigere Heizsysteme einzubauen. Insbesondere ältere Gebäude und Bauten ohne ausreichende Dämmung stehen dabei vor enormen Herausforderungen – Förderprogramme und Beratungsangebote sollen hier unterstützen, können die künftige finanzielle Belastung aber oft nur abmildern. Die Diskussion reißt nicht ab: Während die Politik den Klimaschutz priorisiert, fürchten viele Eigentümer um die Zukunftsfähigkeit ihrer Immobilien, vor allem bei Beständen in weniger wohlhabenden Regionen.

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