Europa droht asiatische Übermacht bei Batterien für E-Mobile

Im Rennen um die Kontrolle der Batteriezellfertigung für Elektroautos macht Europa nur langsam Fortschritte – Asien baut seine Vormacht weiter aus.

heute 11:37 Uhr | 3 mal gelesen

Sagen wir es frei heraus: Europa fährt der Batterie-Revolution ein Stück hinterher. Die aktuelle Analyse von Deloitte, die diese Woche veröffentlicht wurde, zeigt etwas Ernüchterndes – rund 77 Prozent aller Batteriezellen für Elektroautos stammen nach wie vor aus Asien. Der europäische Anteil? Bleibt bei mageren 13 Prozent, keine wirkliche Bewegung nach vorn. Noch krasser: Fast alle Produktionskapazitäten in Europa – satte 98 Prozent! – kontrollieren wiederum asiatische Konzerne. Der Trend dürfte sich verschärfen. Angesichts der Prognose, dass europaweit bis 2030 etwa 28 Millionen E-Autos entstehen (also eine Batterie-Nachfrage von unglaublichen 1.950 Gigawattstunden), steht einiges auf dem Spiel. Den europäischen Herstellern könnten in den kommenden vier Jahren sattschwere Verluste von ungefähr 10,5 Milliarden Euro entstehen, wenn sie weiter nur Kunde statt Produzent bleiben. Bis 2030 laufen im schlimmsten Fall bis zu 150 Milliarden Euro an Wertschöpfung weg, berichtet Deloitte. Harald Proff von Deloitte bringt es auf den Punkt: Ohne entschlossene Gegenmaßnahmen aus Politik und Industrie dürfte sich die Abhängigkeit verfestigen. Und nicht zu vergessen – der eigentliche Wert entsteht bei der Rohstoffgewinnung und Zellherstellung. Hier, so Proff weiter, hinken die Unternehmen innerhalb Europas nach wie vor hinterher. Es ist eine ungemütliche Lage. Aber vielleicht ja auch ein Weckruf.

Im Kern nimmt Europas Batteriebranche kaum Fahrt auf, während asiatische Hersteller – vor allem aus China und Südkorea – den Markt dominieren. Die Deloitte-Studie verdeutlicht, wie groß das wirtschaftliche Risiko für den Kontinent ist: Ohne Ausbau eigener Produktions- und Rohstoffkapazitäten bleibt die Wertschöpfung im Ausland hängen. Zusätzlich zeigen aktuelle Berichte, dass Produktionsvorhaben wie das deutsch-schwedische Northvolt-Werk immer wieder mit bürokratischen Hürden, Lieferengpässen und Finanzierungsschwierigkeiten kämpfen. In der EU wird mittlerweile die Sorge laut, dass die Energie- und Klimaziele nur zu erreichen sind, wenn endlich mehr in heimische Schlüsselindustrien wie die Batteriezellfertigung investiert wird. In Frankreich und Deutschland diskutiert die Politik inzwischen verstärkt über umfassende Fördergelder und gezielte strategische Projekte, um zumindest mittelfristig unabhängiger zu werden.

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