Goldrausch für Ruppert, Rekordstaffel überrascht – Deutsche Leichtathleten feiern EM-Erfolg

Frederik Ruppert stürmt im 3.000-Meter-Hindernislauf der Leichtathletik-EM in Birmingham zur Goldmedaille – ein packender Abendlauf, der deutsche Erfolge lebendig werden ließ.

16.08.26 22:59 Uhr | 1 mal gelesen

Manchmal spucken die Leichtathletik-Götter dem Drehbuchautor ins Skript und alles kommt anders als gedacht. Ruppert lässt sich davon nicht beirren: Mit vollem Risiko pflügt er über die Wassergräben, setzt zum Schlusssprint an und rauscht nach exakt 8:25,33 Minuten als Erster durchs Ziel. Direkt dahinter liefert Karl Bebendorf eine zähe Leistung und wird Dritter, während Luxemburger Ruben Querinjean Silber abstaubt. Die Atmosphäre knistert, als kurz zuvor die gemischte 4x100-Meter-Staffel ins Rennen geht – ein Experiment, das aufgeht. Für Kevin Kranz, Rebekka Haase, Heiko Gussmann und Gina Lückenkemper gibt’s Silber im Eiltempo und einen nigelnagelneuen deutschen Rekord: 40,11 Sekunden, nur das britische Team zieht vorbei und sorgt mit dem Europarekord von 39,97 Sekunden für tosenden Applaus auf den Rängen. Speerwerferin Julia Ulbricht zaubert bei ihrem EM-Debüt direkt Silber in die Wertung (61,53 Meter), nur die routinierte Kroatin Sara Kolak hat einen weiteren Pfeil im Köcher. Und dann der Dämpfer: Weitspringerin Malaika Mihambo bleibt ausnahmsweise hinter den großen Erwartungen zurück, obwohl sie mit starken 6,94 Metern startet – vier Springerinnen schieben sich noch vorbei, das ist aus Sportlersicht bitter. Ein Tag voller Höhen und (kleiner) Tiefen – dafür lieben wir den Sport.

Frederik Ruppert holt für Deutschland bei der Leichtathletik-EM in Birmingham Gold über die 3.000 Meter Hindernis und glänzt dabei mit taktischer Cleverness und kämpferischer Mentalität. Die deutsche 4x100-Meter-Mixed-Staffel stellt mit Silber einen neuen Landesrekord auf und unterstreicht das gestiegene Niveau der Sprintabteilung; die britische Siegermannschaft bricht sogar den Europarekord. Julia Ulbricht überrascht positiv mit Silber im Speerwurf, während das Weitsprung-Finale Tragik für Favoritin Mihambo bringt – ihre sonst so sichere Sprung-Serie verpufft diesmal im Schatten starker Konkurrenz. Laut aktueller Pressestimmen wird vor allem Rupperts Wille und die neue Sprintdynamik der Mixed-Staffel als Zeichen eines Aufschwungs in der deutschen Leichtathletik gedeutet. Die EM in Birmingham wird insgesamt als atmosphärisch dicht und sportlich hochklassig gewertet, mit mehreren neuen Bestmarken und ungewohnten Erfolgen für das deutsche Team.

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