Gordon Schnieder bleibt dem Rheinland-Pfalz treu – Berlin reizt ihn nicht

Der neue CDU-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, verspürt keinerlei Drang in Richtung Hauptstadt – Mainz reicht ihm völlig.

14.08.26 18:42 Uhr | 2 mal gelesen

„Berlin? Nein danke, das ist nichts für mich“, meint Gordon Schnieder im Gespräch mit der FAS. Seine Erfahrungen in Brüssel wirkten sogar eher abschreckend: „Nach zwei Stunden war klar – das ist zu anonym, zu unübersichtlich. Ich bin lieber hier, wo ich Menschen persönlich begegne und nicht bloß Teil einer Masse bin.“ Mainz, das sei seine Bühne. Dass er von manchen mit Spitznamen wie „Taschenrechner“ belegt wird oder als zu ruhig gilt, nimmt er gelassen hin: „Manche denken, ich wäre wenig präsent – dabei steckt da einfach mein eigener Zugang zur Politik dahinter. Ich hör eben lieber erst zu.“ Was manche merkwürdig finden, zum Beispiel sein Hemd beim Fernsehen oder auf Festivals zu tragen, nimmt Schnieder schmunzelnd auf. „Beim Nature One trug ich eben auch ein Hemd – hat keinen gestört, ehrlich.“ Privat versuche er trotz aller politischen Verpflichtungen möglichst viel Zeit für seine Familie freizuschaufeln. Gemeinsames Frühstück ist fest eingeplant, Telefonate während der Heimfahrt sind Routine, und ab und zu klappt es sogar mit einem freien Wochenende. Seine Prioritäten: Mainz, persönliche Begegnungen, Familie.

Gordon Schnieder, CDU-Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz, macht klar, dass ihn die große Politik in Berlin nicht lockt. Stattdessen schätzt er die persönliche Nähe und Überschaubarkeit seiner Heimat. Aktuelle Berichte heben hervor, dass Schnieder nach dem Amtsantritt am 20. Juni 2024 einen betont bodenständigen Stil pflegt und sich von bundespolitischen Ambitionen klar distanziert, was als Gegenentwurf zu karriereorientierten Politikern gilt. Schnieder tritt die Nachfolge von Christian Baldauf an und möchte mit Ruhe, Sachverstand und regionaler Verwurzelung punkten. Interessanterweise gab es in den letzten Tagen Diskussionen um den künftigen Kurs der rheinland-pfälzischen CDU, da Schnieder als Vertreter einer eher moderaten, pragmatischen Linie gilt. Zuletzt sorgte er für Aufmerksamkeit, weil seine nüchterne Art und sein Fokus auf Familie und Arbeitsethos von vielen als wohltuende Abwechslung angesehen werden. Er steht damit auch symbolisch für eine wachsende Sehnsucht nach regionaler Politik, abseits von Hauptstadttrubel und medialem Dauerfeuer.

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