Kein längeres Steuerrad: Verkehrsminister bleibt bei Lkw-Lenkzeiten standhaft

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) erteilt der Ausdehnung der Lenk- und Ruhezeiten für Lkw-Fahrer eine klare Absage. Obwohl in einigen Bundesländern das Sonntagsfahrverbot schon gelockert wurde, sieht Bilger keinerlei Grund, bei den vorgeschriebenen Pausen nachzugeben.

12.08.26 09:56 Uhr | 25 mal gelesen

Es gibt Stimmen – vor allem aus der Logistikbranche –, die fordern noch mehr Flexibilität für den Güterverkehr, gerade jetzt, wo sonntags öfter die Motoren brummen dürfen. Doch Bilger denkt nicht nur an den Nachschub im Regal, sondern – und das ist ihm wohl nicht ganz unwichtig – auch an die Fahrer hinterm Lenkrad. Ihre Lebenswelt ist ohnehin kein Zuckerschlecken: Stundenlang auf der Autobahn, Staus, Raststätten mit mäßigem Kaffee. 'Wir prüfen alle Vorschläge,' betont er – aber nicht alles, was Unternehmen gerne hätten, werde auch 1:1 durchgewinkt. Vielmehr konzentriert sich das Ministerium derzeit auf kurzfristig machbare Maßnahmen, bevorzugt in enger Zusammenarbeit mit den Bundesländern, so Bilger. Übrigens: Die Gespräche in Bonn vergangene Woche – bei denen saß wohl ein bunter Haufen Interessenvertreter am Tisch – zeigen, dass Diskussion und Abwägung auch mal holprig verlaufen können. Am Ende bleibt: Mehr Flexibilität ja, aber ohne die Fahrer noch weiter zu belasten.

Das Bundesverkehrsministerium sieht momentan keinen Bedarf, die Arbeitsbedingungen der Lkw-Fahrer durch längere Lenkzeiten weiter zu verschärfen – trotz anhaltender Forderungen aus der Logistikindustrie. Dahinter steht die Überzeugung, dass die körperliche und psychische Belastung der Berufskraftfahrer bereits jetzt hoch ist: Zu viel am Limit, so Bilger. Unterdessen zeigen aktuelle Debatten, dass die Balance zwischen Versorgungssicherheit und Arbeitsschutz komplizierter ausfällt, als es auf den ersten Blick erscheint. Ergänzende Infos aus neuen Quellen: In den letzten 48 Stunden berichtete der Spiegel, dass die Arbeitsbedingungen für Lkw-Fahrer zunehmend prekär werden: Niedrige Löhne, Zeitdruck und hohe Erwartungen der Unternehmen prägen den Alltag – gleichzeitig verschärft der Fahrermangel die Situation weiter (Quelle: Spiegel). Die Süddeutsche Zeitung fokussiert auf den politischen Druck: Während Logistikunternehmen auf eine Lockerung drängen, warnen Gewerkschaften vor gesundheitlichen Risiken für die Fahrer und fordern bessere Kontrollen der Ruhezeiten (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Laut taz gibt es regional Unterschiede: Einige Bundesländer setzten auf temporäre Ausnahmen beim Sonntagsfahrverbot, doch es bleibt bei einem Flickenteppich ohne bundesweit einheitliche Linie (Quelle: taz).

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