Aus einer kleinen Recherche des "Handelsblatts" bei den Ministerien wird deutlich: Künstliche Intelligenz darf helfen, aber die Kontrolle behalten die Menschen. Ob es nun um Reden, Gastkommentare oder interne Dokumente geht – KI ist mehr Tippgeber als Ghostwriter. Im Innenministerium schätzt man KI als "grundsätzlich sinnvoll und produktiv", jedoch bleibt ihr Einsatz auf wenige Recherche-Aufgaben beschränkt. Im Arbeitsministerium ist und bleibt das Schreiben Chefsache, KI rückt höchstens mal einen Satz gerade oder sortiert Gedanken. Die Technik wird also eher als Werkzeug denn als eigenständiger Autor betrachtet – und das mit kritischem Blick. Folgt man dem Bauministerium, dann hat KI bei Reden und Texten noch nicht viel zu sagen; von KI-generierten Rohfassungen fehlt jede Spur. Im Umweltministerium können Mitarbeiter immerhin schon automatische Zusammenfassungen und Formulierungen anstoßen, als ganzheitlicher Texter tritt die KI aber nicht auf. "KI kann ein nützliches Werkzeug sein", hört man dort, aber ganz ohne menschliche Endabnahme geht nichts raus. Verkehrs- und Justizministerium nutzen ähnliche Taktiken: KI liefert mal Inspiration oder bügelt einen Text glatt, doch was nach außen dringt, wird immer noch händisch geprüft. Übrigens, vollautomatische Reden aus der Maschine scheinen innerhalb der Bundesministerien (noch?) ein Tabu zu sein.
Bemerkenswert ist, wie groß die Skepsis gegenüber vollautomatisierten KI-Texten in Deutschlands Verwaltung bleibt. Obwohl KI vielerorts als praktisch und effizient gilt, stellt sich niemand blind darauf ein – die Letztkontrolle durch den Menschen bleibt Gesetz. Nicht nur aus Vorsicht vor Fehlern oder Missverständnissen, sondern offenbar auch, weil Authentizität und Verantwortungsbewusstsein nach wie vor als Grundwerte im politischen Betrieb gelten. Neue Berichte in den Medien zeigen, dass das Thema KI in der öffentlichen Verwaltung heiß diskutiert wird, etwa im Hinblick auf Datenschutz, Transparenz und digitale Souveränität. Gerade angesichts europäischer Regelungen (Stichwort: KI-Gesetzgebung) und der zunehmenden Nutzung generativer KI-Tools in anderen Bereichen wächst die Erwartung, dass Verwaltungen eine kluge Balance zwischen Innovation und Kontrollbedürfnis finden.