Mondflug 2027: Deutscher bleibt am Boden

Die NASA schickt zwar zum ersten Mal einen Europäer mit auf eine Artemis-Mission, allerdings wird es kein deutscher Astronaut sein – trotz vorheriger Ankündigungen.

heute 18:48 Uhr | 4 mal gelesen

Luca Parmitano, ein erfahrener Raumfahrer aus Italien, wird als erster Europäer bei der Mission "Artemis 3" mit der NASA unterwegs sein – zumindest hinaus Richtung Mond. Mit ihm an Bord: Drei Kollegen aus den USA – Andre Douglas, Frank Rubio und Randy Bresnik. Ersatzpilot ist Bob Hines. Der Plan sah eigentlich anders aus: Eigentlich hätte ein Deutscher den historischen Sprung machen sollen; das hatte ESA-Chef Josef Aschbacher zuvor selbst verkündet. Jetzt rückte jedoch Parmitano nach vorn. Für viele hierzulande enttäuschend. Fast könnte man übersehen, dass die Mission an sich eher technisch ist – sie dreht sich ums Andocken: Das Orion-Raumschiff soll mit verschiedenen Mondlandesystemen gekoppelt werden, eine wirkliche Landung auf dem Mond steht nicht auf dem Programm. Persönlich faszinieren mich diese Wechselspielchen zwischen Raumfahrtpolitik und Wer-fliegt-nach-oben – manchmal erinnert das eher an große Sportwettkämpfe als an nüchterne Wissenschaft. Parmitano, übrigens Ex-Testpilot, Familienvater, ein ehemaliger ISS-Dauergast, bringt jedenfalls jede Menge Erfahrung ein.

Die Entscheidung der NASA, Luca Parmitano statt eines deutschen Astronauten auf die Artemis-3-Mission zu schicken, sorgt in Deutschland für leise Enttäuschung. Ursprünglich hatte die ESA verkündet, bei der ersten europäischen Beteiligung auf Mondnähe auch einen deutschen Vertreter einzusetzen. In der Raumfahrt werden nationale Interessen und politisches Prestige häufig ebenso verhandelt wie technische Fähigkeiten – das zeigt die aktuelle Auswahl erneut. Artemis 3 selbst ist eher als Vorbereitung für kommende Landungen gedacht, mit besonderem Fokus auf Andockmanöver in der Mondumlaufbahn. Europa bleibt so zwar vertreten, aber eben nicht mit einem Deutschen.

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