Das Ganze kam nicht aus heiterem Himmel: Schon am Dienstag gab Brüssel bekannt, dass Meta (die Firma hinter WhatsApp) im Rahmen eines laufenden Wettbewerbsverfahrens andere KI-Assistenten nicht länger ausschließen darf. Diese Maßnahme solle so lange in Kraft bleiben, bis das Verfahren abgeschlossen sei – angeblich, um massiven und irreparablen Schaden am noch jungen KI-Markt zu unterbinden. Hintergrund ist eine Untersuchung, die die Kommission bereits Ende 2025 gestartet hatte. Auslöser war Metas Entscheidung, Mitbewerber-KIs von WhatsApp zu verbannen, sodass lediglich die eigene "Meta AI" fungieren durfte. Klar, WhatsApp ist für viele Menschen in Europa de facto das Hauptkommunikationswerkzeug und Meta sitzt damit am Atemschlauch des Marktes. Die Kartellhüter sprechen sogar von Marktdominanz – wenn nicht gar Missbrauch. Zwar ließ Meta seit März wieder Fremd-KIs zu, allerdings zu Konditionen, die einem Verbot nahe kamen: Plötzlich sollten Gebühren gezahlt werden, was de facto fast dasselbe war wie ein Rauswurf. Nun lautet die Ansage aus Brüssel: Metas Zugangsbeschränkungen für andere KI-Assistenten müssen so zurückgenommen werden, wie sie vor Mitte Oktober 2025 galten – und zwar kostenfrei.
Die EU-Kommission will verhindern, dass Meta seine dominante Position im europäischen Messenger-Markt weiter ausnutzt. Durch die erzwungene Öffnung sollen konkurrierende KI-Anbieter wieder faire Bedingungen vorfinden, um Innovation und Vielfalt zu fördern; Metas Versuch, wirtschaftliche Schranken für Dritte zu errichten, wird explizit zurückgewiesen. Aktuelle Stimmen aus der Digitalbranche begrüßen den Schritt – dennoch bleibt unklar, wie groß der tatsächliche Spielraum für KI-Wettbewerber künftig wirklich sein wird, da Meta weiterhin die technologische Infrastruktur kontrolliert.
Zusätzlich zeigen aktuelle Nachrichten aus verschiedenen Quellen, dass sich die Debatte in der EU zu Marktregulierung, KI und Big-Tech-Macht zusehends zuspitzt. Erst kürzlich wurde in Brüssel etwa diskutiert, ob ähnliche Auflagen für andere Dienste und Märkte nötig sind. Auch warnt die französische Wettbewerbsbehörde, der Einfluss großer Internetkonzerne könne neue, innovative KI-Anwendungen schlicht blockieren, bevor sie überhaupt entstehen können – weshalb neue Maßnahmen zur Sicherung des offenen Wettbewerbs erwogen werden.