Nach Angriffen auf Umspannwerke: Stadtwerke-München-Chef Bieberbach fordert weniger Bürokratie beim Infrastrukturschutz

Angesichts der Angriffe auf deutsche Umspannwerke verlangt Florian Bieberbach, Chef der Stadtwerke München, dringend pragmatischere Regeln für den Schutz kritischer Infrastruktur. Zu viele Dokumentationspflichten stünden laut seiner Einschätzung echten Sicherheitsmaßnahmen im Weg – besonders, was Überwachungstechnik betrifft.

heute 19:00 Uhr | 3 mal gelesen

Unmittelbar nach den Attacken auf die Umspannwerke in Jänschwalde und Bergheim meldet sich Florian Bieberbach zu Wort – sein Appell: Weg von reiner Bürokratie, hin zu wirksamen Sicherheitslösungen. Denn die Bedrohung sei offensichtlich nicht mehr bloß theoretisch, sondern habe reale Konsequenzen für Stromnetz und Verbraucher.

Bürokratie statt Schutz?

Bieberbach sagt es, wie es ist: Was bringt der schönste Papierkram, wenn draußen jemand über den Zaun klettert? In einem Gastbeitrag im 'Handelsblatt' bemängelt er, Sicherheitskonzepte müssten im Alltag funktionieren, statt im Aktenordner zu verstauben. Seine Empirie dazu: Ständige regulatorische Hürden bremsen moderne Überwachungstechnik und verunsichern die Betreiber.

Klare Worte zum Thema Überwachung

Sein Standpunkt überrascht nicht, wirkt angesichts der jüngsten Anschläge fast schon überfällig. Statt nur dann filmen zu dürfen, wenn ein Eindringling bereits über den Zaun ist, fordert Bieberbach, dass Kameras Bedrohungen wesentlich vorher erkennen dürfen. Im Grunde: Prävention statt hilfloses Reagieren, wenn es womöglich zu spät ist.

Sicherheitsausgaben im Spannungsfeld

Nicht zuletzt hebt Bieberbach die wirtschaftlichen Stolpersteine hervor: Schutzmaßnahmen kosten, doch die Regeln honorieren sie kaum. Betriebe müssten Investitionen in Sicherheits- und Cybertechnik auch refinanzieren können – denn ohne Geld, so sein unausgesprochener Zusatz, bleibt die beste Idee Theorie.

Energieversorgung als Spielball der Unsicherheit

Die aktuellen Angriffe zeigen, wie empfindlich und angreifbar Netze und Knotenpunkte inzwischen geworden sind. Was bislang als „Restrisiko“ galt, ist nun reale Gefahr für Haushalte und Betriebe – und birgt immense Kosten, falls technische Störungen weitere Kreise ziehen.

Zwischen Regulierungsdschungel und Sicherheitslücken

Bieberbach spricht damit einen komplexen Spagat an, den viele Unternehmen an kritischen Stellen erleben: Zwischen dem Bedürfnis nach frühzeitiger Gefahrenabwehr und zig Vorschriften zu Datenschutz, Videoüberwachung und KI bleibt oft wenig Raum für sinnvolle Technik. Besonders ärgerlich: Die Gesetzeslage lässt genau dort Lücken entstehen, wo Zeit und Prävention über Schaden oder Sicherheit entscheiden.

Spannbild für Stadtwerke und Bürger

Obwohl die Sicherheit zentral steht, geraten notwendige Investitionen häufig ins Hintertreffen – sei es durch andere Projekte, Engpässe im Budget oder deutliche Unsicherheiten bei der gesetzlichen Auslegung. Ein stärker anerkanntes Finanzierungskonzept für Sicherheitsausgaben könnte letztlich nicht nur den Schutz, sondern auch die Versorgungssicherheit und Stabilität verbessern – für Verbraucher und Kommunen gleichermaßen.

Nach den Vorfällen in Jänschwalde und Bergheim verlangt der Münchner Stadtwerke-Chef Bieberbach eindringlich, kritische Infrastrukturen praxisnah und unbürokratisch zu schützen – und warnt davor, dass Dokumentationspflichten oft mehr hemmen als helfen. Im Kern steht dabei der Wunsch, moderne Überwachungssysteme ohne Angst vor Datenschutzverstößen oder widersprüchlicher Regulierung nutzen zu dürfen. Die jüngsten Debatten und auch mediale Analysen bestätigen: In einer Zeit, in der Angriffe auf Energieversorgung zur reellen Gefahr werden, braucht es eine rechtliche Balance zwischen Datenschutz und effektiver Prävention.

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