Roland Berger: Droht ein massiver Jobverlust in der Autoindustrie?

Die deutsche Automobilbranche steht laut Roland Berger offenbar vor gewaltigen Umbrüchen. Mehr als 200.000 Stellen könnten in den kommenden Jahren wegfallen, eventuell sogar fünf oder mehr Produktionsstandorte – und das nicht irgendwann, sondern ziemlich bald.

heute 08:59 Uhr | 2 mal gelesen

Die jüngsten Prognosen der Beratungsfirma Roland Berger treiben vielen in der Automobilbranche den Angstschweiß auf die Stirn. Laut Expertenanalyse steht die Branche in Deutschland vor einer Zukunft, die eher nach Abbau als nach Aufschwung aussieht.

Arbeitsplatzsorgen nehmen zu

Bis 2025 arbeiteten noch fast 700.000 Menschen rund ums Auto in Deutschland, doch wenn Roland Berger recht behält, schrumpft ihre Zahl in den nächsten fünf Jahren um gut 200.000. Das klingt abstrakt, trifft aber auf dem Papier nicht nur Zulieferer, sondern gerade auch bekannte Autobauer. Beratungsstimmen wie Felix Mogge machen aus ihrer Skepsis keinen Hehl – längst geht es nicht mehr nur um Anpassung, sondern um knallharte Kosten, bei denen jede Entscheidung schwerwiegende Folgen haben kann.

Werkschließungen denkbar – Realität wird holpriger

Der Krisenmodus ist nicht neu. Aber dass Volkswagen laut Aufsichtsratsbeschluss bis 2030 noch einmal zehntausende Arbeitsplätze abbauen will, macht klar, wie ernst die Lage ist. Und auch große Traditionshäuser wie Mercedes, Bosch und ZF Friedrichshafen stehen vor abermaligen Stellenstreichungen. Roland Berger schätzt, dass spätestens 2035 mindestens fünf Fabriken in Deutschland dichtmachen könnten – offene Fragen, Unruhe in den betroffenen Regionen inklusive.

Strukturschwächen verschärfen Standortprobleme

Deutschland wird teurer, während die Konkurrenz billiger produziert: Das Grundproblem kennt die Industrie seit längerem. Laut Berger kostet die Herstellung eines Wagens hierzulande durchschnittlich 2.000 Euro mehr – auf Dauer schlicht nicht wettbewerbsfähig. Die Prognose lässt wenig Raum für rosige Aussichten, denn es geht damit nicht nur um Aktienkurse oder Exporterfolge, sondern um Menschen und Familien.

Ein Strukturwandel, der Regionen trifft

Das Problem ist größer als einzelne Unternehmen. Wer einmal in Baden-Württemberg oder Niedersachsen unterwegs war, weiß, wie sehr manche Städte und Gemeinden von der Autoindustrie leben. Wenn Auftraggeber sparen und große Betriebe Jobs abbauen, geraten ganze lokale Wertschöpfungsketten ins Wanken – Forschungsabteilungen, Dienstleister, Bäcker gegenüber dem Werkstor, sie alle hängen letztlich mit dran. Klar ist: Dieser Wandel wird nicht mit einem einzigen Sparkurs abgefrühstückt.

Was tun? Politik und Belegschaften vor der Zäsur

Wie soll sich die Branche sortieren? Die Hoffnung ruht auf Investitionen in E-Mobilität, Digitalisierung, vielleicht auch etwas Startup-Mut. Aber ob das reicht? Das ist die große Frage. In jedem Fall werden die kommenden Jahre – für alle, die am und ums Auto leben – wohl alles andere als langweilig.

Eine aktuelle Prognose von Roland Berger erwartet mittelfristig eine tiefe Krise für die deutsche Autobranche mit dem Verlust von mehr als 200.000 Jobs und der Schließung von mindestens fünf Werken. Der Kostennachteil Deutschlands gegenüber dem Ausland wird als zentrales Problem diagnostiziert, da durchschnittlich 2.000 Euro mehr pro Auto anfallen als im Ausland. Zusätzliche Belastungen entstehen durch geänderte Marktanforderungen, den Übergang zur Elektromobilität, Investitionsdruck und Fachkräftemangel.

Hinzugefügte Recherche (Stand Juni 2024)

In aktuellen Berichten (z.B. auf FAZ und ZEIT) wird deutlich, dass die gesamte Automobilbranche mit enormem Anpassungsdruck durch die E-Mobilität und weltweite Konkurrenz aus China zu kämpfen hat. Während VW und BMW versuchen, durch neue Elektro-Modelle und IT-Investitionen gegenzusteuern, bleibt unklar, ob diese Schritte ausreichen, um die Arbeitsplatzverluste und Standortschließungen abzufedern. Die Politik kündigt neue Förderprogramme an, doch Branchenexperten sehen darin wenig Spielraum, da der globale Preisdruck weiter wächst.

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