SPD schließt zu AfD in Mecklenburg-Vorpommern auf – CDU vor historischem Tief

In Mecklenburg-Vorpommern verringert sich laut einer aktuellen Infratest-dimap-Umfrage der Abstand zwischen SPD und AfD spürbar. Während die CDU ein Rekordtief droht, bangen Grüne und BSW um den Verbleib im Landtag. Die politische Landschaft bleibt in Bewegung – und kleine Parteien könnten zum Zünglein an der Waage werden.

heute 06:59 Uhr | 3 mal gelesen

Politische Umfrageergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen und doch: Sie lassen einen manchmal länger nachdenken als gewünscht. Die neuesten Zahlen aus Mecklenburg-Vorpommern, im Auftrag des NDR von Infratest-dimap erstellt, zeigen eine spannende Dynamik. Wer hätte gedacht, dass die SPD plötzlich fast wieder auf Augenhöhe mit der AfD liegt?

SPD zieht an – AfD verliert an Vorsprung

Drei Prozentpunkte legt die SPD im Vergleich zur letzten Erhebung zu – sie steht nun bei 32 Prozent. Die AfD verliert geringfügig und hält jetzt 35 Prozent, was immer noch ein hoher Wert bleibt. Noch vor einem Jahr war die Distanz zwischen beiden Parteien doppelt so groß.

Das weckt Fragen: Ist das schon ein Trend? Oder doch nur eine Momentaufnahme, ein Ausschlag in unruhigen Zeiten? Sicher ist nur: Der Wind dreht sich langsam.

CDU auf dem absteigenden Ast?

Die CDU erlebt in Mecklenburg-Vorpommern offenbar schwere Zeiten. Mit nur 8 Prozent in der aktuellen Umfrage pendeln sie gefährlich nahe an einem historischen Tief. Vergleicht man das mit den Wahlergebnissen vergangener Jahre, wirkt diese Entwicklung fast surreal.

Bedeutet das nun, dass die (Union) im Osten endgültig den Anschluss verloren hat? Möglicherweise. Man hört jedenfalls selten zuversichtliche Stimmen aus den Reihen der Christdemokratie im Nordosten.

Kleinparteien in der Schwebe

Die Grünen stehen bei 5 Prozent und tanzen damit wacklig auf der Kante zur parlamentarischen Bedeutungslosigkeit. Es braucht keine großen Verschiebungen, um sie hinaus und den Landtag kurzfristig umzufärben. Über den Grünen schwebt das Damoklesschwert der Fünf-Prozent-Hürde.

Und dann wäre da noch das Bündnis Sahra Wagenknecht. Mit gemeldeten 4 Prozent fehlt ein Quäntchen zur parlamentarischen Präsenz. Die Landtagswahlen bleiben für das BSW also eine Zitterpartie.

Gesichert regieren? Koalitionsrechnen im Nordosten

Gefühlt ist ein bisschen Beruhigung im Land – große Wechselstimmung? Sieht anders aus. Die Regierung aus SPD und Linker steht einigermaßen stabil da, leichte Zugewinne inklusive, während alles außerhalb des rot-roten Lagers von Unsicherheit geprägt bleibt.

Mathematisch wäre sogar eine rot-rot-grüne Koalition möglich, sollte das Wahlergebnis die benötigten Zahlen liefern. Wer sagt eigentlich, dass Koalitionsgespräche langweilig sein müssen? Gerade mit knappen Mehrheiten und Unsicherheitsfaktoren wie den Grünen kann jede Sitzverteilung zum politischen Seiltanz werden.

Kräfteverhältnisse verschieben sich, Unsicherheit bleibt

Fazit? Nichts ist entschieden, alles im Fluss – und so wirkt die Zahlenschieberei einmal mehr wie das Spiegelbild einer Gesellschaft, die noch nach Klarheit sucht. Die Schwäche der CDU erstaunt mich, ehrlich gesagt, immer wieder. Die SPD kann jubeln – aber wer weiß, wie lange das so bleibt.

Noch so eine Beobachtung: Je unsicherer die Lage, desto knapper schrammen kleine Parteien an existenziellen Hürden vorbei. Da schnurren Koalitionsoptionen zusammen wie ein alter Wollpullover nach der falschen Wäsche.

Und doch bleibt Wählen Vertrauenssache – Umfragen sind nicht mehr als eine Momentaufnahme mit eingebautem Zittern. Wer am Wahltag vorne liegt, entscheidet sich im Grunde genommen erst in letzter Minute.

Die neue Infratest-dimap-Umfrage zeigt eine deutliche Annäherung zwischen SPD und AfD in Mecklenburg-Vorpommern: Während die SPD um drei Prozentpunkte auf 32 Prozent zulegen kann, fällt die AfD leicht auf 35 Prozent zurück. Die CDU bleibt mit nur acht Prozent extrem abgeschlagen und riskiert ein historisches Tief, während die Grünen (5 Prozent) und das Bündnis Sahra Wagenknecht (4 Prozent) um den Landtagseinzug zittern. Die rot-rote Landesregierung wirkt momentan stabil, dennoch bleiben die politischen Kräfteverhältnisse im Nordosten volatil.

Aktuelle Medienberichterstattung zeigt, dass die Stimmung zwischen Politikverdrossenheit und vorsichtiger Hoffnung schwankt: Am 5. Juni berichtet Zeit Online, dass in Mecklenburg-Vorpommern die AfD erstmals seit Monaten leicht an Zustimmung verliert und dies wohl mit bundespolitischen Entwicklungen und lokalen Proteststimmungen zusammenhängt. Die FAZ konstatiert (6. Juni), dass die klassische Mitte in Ostdeutschland zunehmend erodiert – gleichzeitig profitiert dort die SPD insbesondere, wenn sie den Ministerpräsidenten stellt. Auf Spiegel.de hebt ein Artikel vom 5. Juni hervor, dass das Ringen um die Fünf-Prozent-Hürde für Grüne und BSW ein zentrales Thema bleibt und diese Unsicherheiten die Regierungsbildung nach der nächsten Wahl maßgeblich beeinflussen können.

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