Staatliche Unterstützung: Vom E-Kleinwagen bis zum Luxus-Elektroflitzer

Auch teure Elektrofahrzeuge bekommen aktuell Fördergelder – selbst Modelle mit Preisen weit jenseits der 100.000-Euro-Marke.

heute 18:10 Uhr | 2 mal gelesen

Tatsächlich ist es so: Selbst die ganz großen Namen unter den E-Autos – Porsche, Mercedes G-Klasse (elektrisch!), BMW i7 oder XM 50e – konnten sich schon Fördergelder sichern. Das hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) mithilfe neuester Zahlen deutlich gemacht. Ein Kuriosum am Rande: Während die Antragsteller-Einkommen begrenzt sind, gibt’s beim Kaufpreis des Autos nach oben hin keine Bremse. Theoretisch kann sich also jemand mit maximal 80.000 Euro Jahreseinkommen (ledig) einen Porsche Taycan oder eine elektrische G-Klasse hinstellen – Förderung gibt’s trotzdem, solange die Einkommensgrenze passt. Noch kurioser: Der Halter und der Antragsteller müssen nicht unbedingt dieselbe Person sein – auch das öffnet interessante Schlupflöcher. Den Zahlen nach bleibt das alles aber eher selten. Insgesamt sind bald 27.000 Anträge bewilligt, Luxuskarossen machen einen winzigen Bruchteil aus. Dominiert wird die Liste von Modellen wie Tesla Model Y, Skoda Elroq oder Tesla Model 3 – bei knapp 16 % deutscher Autobauer liegt Volkswagen übrigens weit vorne vorn. Offen bleibt indes, wie das zuständige Bundesumweltministerium auf diese Konstellation reagiert – eine Stellungnahme gibt es bislang nicht. Trotzdem: So ein paar wohlhabende E-Liebhaber reiben sich vermutlich gerade verwundert die Augen.

Durch die aktuelle E-Auto-Förderung profitieren auch Käufer teurer Luxus-Elektroautos, solange sie bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Während Modelle wie der Porsche Taycan und BMW i7 in Einzelfällen Zuschüsse erhielten, entfällt die große Mehrheit der bewilligten Anträge auf erschwinglichere Fahrzeuge wie das Tesla Model Y oder Skoda Elroq. Kritisiert wird, dass keine Preisobergrenze existiert – Experten und Medien fordern inzwischen Nachbesserungen, da so auch Fahrzeuge mit extrem hoher Marge subventioniert werden. Laut neuen Recherchen haben die Gesamtanträge die Marke von 27.000 überschritten und mit einem Fördertopf über 200 Millionen Euro werden in nächster Zeit weitere Entscheidungen erwartet. Branchenverbände und Verbraucherschützer drängen daher auf eine Überarbeitung der Richtlinie, um die Fairness des Systems zu sichern.

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