Trump fordert Reparationen vom Iran für Kriegsopfer

Donald Trump, Ex-Präsident der USA, will den Iran für Opfer von Kriegshandlungen und Anschlägen zur Kasse bitten. Von Teherans jüngsten Forderungen provoziert, kündigt er jetzt seinerseits Entschädigungsforderungen an.

heute 19:03 Uhr | 3 mal gelesen

Was auf den ersten Blick wie politisches Säbelrasseln klingt, mutet mittlerweile fast wie ein Streit auf dem Schulhof an – jeder beschuldigt den anderen und will 'Entschädigung' sehen. Trump machte jüngst öffentlich, dass er selbst Kompensationen vom Iran verlange – und zwar für alle Menschen, die laut ihm durch vom Iran unterstützte Angriffe in diversen Konflikten getötet oder verstümmelt wurden. Seine Liste reicht da ganz schön weit: Von Sprengsätzen am Straßenrand spricht er, von indirekter Verantwortung, sogar zurück bis zu vergangenen Jahrzehnten. Und als wäre das noch nicht genug, verlangt Trump auch Entschädigungen für angeblich Hunderttausende getötete Demonstranten in den letzten 50 Jahren, darunter 52.000 innerhalb von nur fünf Monaten (die Zahl wirkt, gelinde gesagt, fragwürdig hoch – Zahlenjonglage hat im politischen Schlagabtausch eben Hochkonjunktur). Offenbar hat Trump mittlerweile auch seine Verhandler beauftragt, solche Ansprüche künftig in Gesprächen mit dem Iran einzubringen. Ob das wirklich in internationale Verhandlungen einfließt oder nur ein weiteres Kapitel in Trumps Inszenierung als ‚starker Mann‘ für die heimische Bühne ist? An solchen Tagen weiß man manchmal selbst kaum noch, wie weit noch der Ernst des Lebens und politisches Theater auseinanderliegen.

Der frühere US-Präsident Trump verlangt vom Iran Kompensationen für US- und andere Kriegsopfer, die nach seiner Darstellung auf Aktionen zurückgehen, bei denen Teheran Unterstützung geleistet oder direkt verantwortlich war. Die genannte Zahl angeblich getöteter Demonstranten steht allerdings international stark in der Kritik und gilt als drastisch überhöht – unabhängige Überprüfungen gibt es nicht. Hinter der Forderung steckt wohl weniger ein ernsthafter Ansatz für Verhandlungen als vielmehr die Absicht, politischen Druck weiter zu erhöhen und die innenpolitische Unterstützung für Trumps außenpolitischen Kurs zu mobilisieren. Neuere Berichte sehen solche Äußerungen überwiegend im Kontext der US-Präsidentschaftswahl 2024 und als Teil einer Strategie, die Iranpolitik zu einem Wahlkampfthema zu machen. Im Iran selbst kontert die Führung diese Vorwürfe als haltlos und versucht, das Bild eines von außen attackierten Landes zu verbreiten.

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