Stefan Evers: Männer sollten sich bei Leihmutterschafts-Debatte zurückhalten

Der CDU-Fraktionschef in Berlin, Stefan Evers, findet, dass sich Männer bei Diskussionen über Leihmutterschaft eher zurücknehmen sollten – schließlich gehe es im Kern um Frauen und ihre Körper.

heute 11:38 Uhr | 2 mal gelesen

Mal ehrlich: Über Leihmutterschaft müssen vor allem jene sprechen, deren Leben und Körper davon tatsächlich betroffen sind – die Frauen. Das hat zumindest Stefan Evers so ähnlich dem Sender 'Welt' ins Mikrofon gesagt. Männer, das ist seine Konsequenz, sollten sich hier nur zurückhaltend in den Vordergrund schieben. 'Nicht wir Männer sollten die Debatte treiben', so Evers, 'es geht schließlich um Mutterschaft, Bindung, den weiblichen Körper. Da heißt es: Demut.' Persönlich könne er sich ein solches Modell nicht vorstellen, betont Evers. Die Debatte sieht er nach dem Abtritt von Jens Spahn als offener denn je – jetzt solle man, so sein Appell, den eigentlichen ethischen Konflikt nicht aus dem Blick verlieren. Da stehen auf der einen Seite die Sehnsüchte von Paaren (auch queerer Paare), auf der anderen die berechtigten Bedenken, Frauen und Kinder könnten instrumentalisiert werden. In der CDU sieht man sich in dieser Frage bewusst traditionell und positioniert sich gegen die Legalisierung von Leihmutterschaft in Deutschland. Evers findet es außerdem sehr knifflig, gesetzliche Grauzonen oder Auslandsregelungen verändern zu wollen: 'Stell dir vor, ein Kind wird geboren – wie gehst du damit rechtlich und menschlich um?' Solche Spannungsfelder müsse Gesellschaft aushalten. Die CDU, so Evers, bleibt bei ihrer Haltung – deutlich und ohne verschwimmende Kante.

Stefan Evers betont, dass die Debatte über Leihmutterschaft in erster Linie Frauen angeht, da es um ihre Körper und das Thema Mutterschaft geht. Er ruft dazu auf, dass Männer eine zurückhaltende Rolle spielen sollten und verweist darauf, dass die CDU aus ethischen Gründen eine Ablehnung von Leihmutterschaft vertritt. Evers sieht auch keine Grundlage für Änderungen an der bestehenden Rechtslage, selbst im Hinblick auf Auslandsregelungen – die ethischen und rechtlichen Fragen um Geburt und Elternschaft blieben zu komplex. Zudem ist die Debatte in Deutschland weiterhin stark von gesellschaftlichen Werten und traditionellen Ansichten geprägt, während in anderen Ländern die Gesetzeslage und gesellschaftliche Akzeptanz unterschiedlich sind – jüngst gab es etwa erneut Initiativen im Bundestag, das Thema neu zu bewerten. Die medizinischen Aspekte, die psychosozialen Folgen für Mutter und Kind sowie der internationale Umgang mit Leihmutterschaft rücken dabei zunehmend in den Fokus. Tatsache ist: Gesellschaftliche Positionen und Rechtsprechung entwickeln sich, doch der Diskurs bleibt von Spannungsfeldern, Ethikdebatten und Unsicherheiten bestimmt.

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